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Olympische Spiele - Ordensdrama (9/25)
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Operette


Operette: Die Gattung der Operette entwickelte sich im österreichischen Raum aus dem Singspiel und den reich mit Musik durchsetzten Wiener Volksstücken, aber auch Einflüsse der großen Oper spielten dabei eine Rolle. Die frankophile Theatermode der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts brachte mit Opéra comique und Vaudeville ebenfalls für die Entwicklung der Operette wichtige Vorläufer nach Österreich. Kennzeichen der Wiener Operette ist die starke Verwendung von Tanzrhythmen (Walzer, Polka, Marsch usw.). Der Terminus "Operette" ist ein Kunstbegriff der Verleger, die meisten Komponisten verwendeten die Bezeichnung "komische Oper".

Der entscheidende Impuls für die Entstehung der Wiener Operette ging von Frankreich aus: Die Werke J. Offenbachs, in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts in Wien am Carltheater gespielt, begründeten diese neue Form des Musiktheaters. Als Geburtsstunde der eigentlichen Wiener Operette gilt die Aufführung von F. von Suppés "Das Pensionat" (24. 11. 1860) ebenfalls am Carltheater. Ausgehend von J. Offenbachs "opéra bouffe" entwickelte die Operette in Wien bald ihr charakteristisches Lokalkolorit. Nach F. von Suppé, dessen Werke die 1860er Jahre dominierten, brach mit "Indigo" von J. Strauß Sohn 1871 die Zeit der so genannten "Goldenen Operette" an. Neben J. Strauß Sohn und K. Millöcker sind weitere Vertreter der "Goldenen Operette" C. Zeller, R. Heuberger senior, A. Czibulka, A. Müller senior und junior, C. M. Ziehrer und der Librettist R. Genée zu nennen. Das wichtigste Operettentheater blieb das Carltheater, daneben waren das Theater an der Wien, das Ringtheater (Wiener Operettentheater) und das J.-Strauß-Theater wichtige Aufführungsorte, in denen namhafte Interpreten wie A. Girardi, K. Blasel, J. Matras, W. Knaack, K. Treumann und C. A. Friese, die Sängerinnen A. Grobecker, J. Gallmeyer, A. Kraft und vor allem M. Geistinger Triumphe feierten. Um die Jahrhundertwende ist der Beginn der 2. Operettenära, der "Silbernen Operette" anzusetzen, beginnend mit H. Reinhardts "Das süße Mädel" (1901). Typische Werke dieser Epoche sind F. Lehárs "Lustige Witwe", "Ein Walzertraum" von O. Straus oder L. Falls "Dollarprinzessin"; weitere Vertreter sind O. Nedbal, R. Benatzky, E. Eysler und E. Kálmán. Kennzeichen sind einerseits eine Tendenz zur Folklore (zum Beispiel Zigeunermusik, chinesische und russische Elemente), andererseits zu zeitgenössischer Unterhaltungsmusik (Jazz, Modetänze usw.). Die Handlung tendiert immer stärker von der Genredarstellung (Landadel, Großbürgertum, bäuerliches Milieu) zu Schlageroperette und Revue; besonders N. Dostal, R. Stolz, aber auch E. Kálmán sind Vertreter dieser Spätform. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich aus der Operette und anderen musikalischen Strömungen das Musical.


Literatur: O. Schneidereit, Operette von Abraham bis Ziehrer, 1966; A. Bauer, Oper und Operette in Wien, 1955; A. Witeschnik, Dort wird champagnisiert, 1980; D. Zöchling, Operette, 1985; V. Klotz, Operette, 1992; A. Lamb, Light Music from Austria, 1992.


Verweise auf andere Alben:
Musikgeschichte: Johann Strauß: Die Fledermaus,
Franz Lehár: Die lustige Witwe, ... Da geh ich ins Maxim!,
Oscar Straus: Reigen-Walzer,

 
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