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Habert, Johann Evangelist - Haebler, Ingrid (2/25)
Habert, Johann Evangelist Habsburger-Gesetz

Habsburger, Herrschergeschlecht


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Die Habsburg in der Schweiz. Stich, Ende 16. Jh.



Habsburger: Das ehemalige Herrschergeschlecht Österreichs ist nach der 1108 als Havisberch (Habichtsburg) erwähnten, um 1020 gegründeten Stammburg über dem rechten Aare-Ufer südwestlich von Brugg im Kanton Aargau (Schweiz) benannt. Der Bergfried, zugleich Wohnturm, wurde im 12./13. Jahrhundert zu einer Doppelburg erweitert, bald jedoch reduziert, sodass nur noch der westliche, oftmals veränderte Teil bestehen blieb. 1415 fiel die Burg an die Berner.

Als Ahnherr wird in der Gründungsgeschichte des Hausklosters Muri Guntram der Reiche genannt, der in der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts lebte. Dessen Enkel Ratbot ( vor 1045), Graf im Klettgau zwischen Waldshut (Deutschland) und Schaffhausen (Schweiz), stiftete das Kloster Muri, die erste Begräbnisstätte der Familie. Sein Schwager (oder Bruder) war Bischof Werner von Strassburg (1002-1028). Graf von Habsburg nannte sich Otto II. ( 8. 9. 1111). Dessen Sohn Werner II., 1135 Landgraf im Oberelsass, starb vermutlich 1167 vor Mailand. Mit ihm begann die Nähe zu den Staufern, die in den folgenden Generationen anhielt. 1240 kam es zu einer Teilung in 2 Linien, die jüngere Laufenburger Linie starb 1415 aus. Rudolf IV. aus der Hauptlinie wurde 1273 deutscher König (Wahl 1. 10. 1273), obwohl die Habsburger nicht zu den Reichsfürsten zählten, jedoch waren sie als Grafen mit öffentlichen Funktionen ausgestattet. Sie beherrschten kein geschlossenes Territorium, hatten aber reiche Allodial- und Lehensgüter sowie Kirchenvogteien. Verwandtschaftliche Bindungen bestanden zu den führenden Adelsgeschlechtern Schwabens und des Elsass.

Als Sieger in der Schlacht bei Jedenspeigen (26. 8. 1278) über Ottokar II. von Böhmen übernahm Rudolf I. die ehemals babenbergischen und sponheimischen Länder (Österreich, Steiermark, Kärnten, Krain und die Windische Mark) für das Reich. Mit Österreich und Steiermark belehnte er 1282 seine beiden Söhne Albrecht I. und Rudolf II. (Die anderen Gebiete gingen 1286 an die Meinhardiner.) Obwohl Rudolf II. verzichtete, erfolgte künftig die Belehnung aller männlichen Nachkommen einer Generation "zu gesamter Hand", was mehrmals zu Streitfällen führte. Im 14. Jahrhundert verwaltete ein jüngeres Mitglied der Familie die Besitzungen in der Schweiz, die aber im Lauf des 14. Jahrhunderts weitgehend verloren gingen.

1379 erfolgte eine Teilung der Besitzungen zwischen Albrecht III. und Leopold III. Nun bestanden vorerst zwei, ab 1406 drei Linien, deren Güter nach dem Aussterben der albertinischen Linie (1457) und dem Verzicht der Tiroler Linie (1490; Sigmund von Tirol adoptierte dabei Maximilian I.) durch Maximilian I. wieder in einer Hand vereinigt wurden (1493).

Unter Maximilian I. erfolgte durch seine Heirat mit Maria von Burgund und die Ehe seines Sohnes Philipp mit Johanna von Kastilien der Aufstieg des Hauses zur Weltgeltung. In der Folge kam es zur neuerlichen Teilung in 2 Linien, einer spanischen mit Karl V. (als König von Spanien Karl I., auf den Philipp II., Philipp III., Philipp IV. und Karl II. folgten) und einer österreichischen mit Ferdinand I. und dessen Nachkommen. Zwischen beiden Linien bestanden enge Bindungen in Form von gegenseitigen Heiraten, was zu Ahnenverlust und Degeneration führte. Die spanische Linie starb 1700 aus.

Die österreichische Linie spaltete sich nach dem Tod Ferdinands I. 1564 neuerlich in 3 Zweige. Der österreichische Zweig herrschte bis 1619, der Tiroler regierte wegen der morganatischen Ehe Ferdinands II. (die Kinder waren nicht erbberechtigt) nur bis 1595 und ein neuer, von Leopold V. begründeter Zweig bis 1665, die steirische Linie setzte die Familie bis Karl VI. ( 1740) fort.

Die Heirat Maria Theresias mit Franz Stephan von Lothringen (Franz I.) begründete das Geschlecht Habsburg-Lothringen, das sich durch die große Kinderanzahl des Paares vergrößerte. Den Herrscherstamm führten Peter Leopold (Kaiser Leopold II.), dessen Sohn Franz II. (I.) und wiederum dessen Sohn Franz Karl (der auf die Thronfolge verzichtete) fort. Dessen Sohn Franz Joseph I. regierte länger als alle anderen Mitglieder des Hauses. Von Leopolds zweitem Sohn, Ferdinand III., stammte die Linie Habsburg-Toskana ab, von Maria Theresias Sohn Ferdinand Karl die Linie Österreich-Este.

1918 endete die Herrschaft des Hauses Habsburg-Lothringen in Österreich. Das Verhältnis zwischen der Republik Österreich und der Familie regelt das Habsburger-Gesetz von 1919. Otto Habsburg-Lothringen, der Sohn des letzten Kaisers, Karl I., verzichtete 1961 auf die Herrscherrechte und Vorrechte der Familie.



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Stammtafel der Habsburger (1)



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Stammtafel der Habsburger (2)



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Stammtafel der Habsburg-Lothringer


Literatur: A. Wandruszka, Das Haus Habsburg, 51984; B. Hamann, Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon, 31993; R. Reifenscheid, Die Habsburger in Lebensbildern, 31994; K. Vocelka und L. Heller, Die Lebenswelt der Habsburger, 1997; K. Vocelka und L. Heller, Die private Welt der Habsburger, 1998; M. Erbe, Die Habsburger 1493-1918. Eine Dynastie im Reich und in Europa, 2000.


Verweise auf andere Alben:
Video-Album: Nach der Hochzeit von Karl I. und Zita von Bourbon-Parma, 1911.

 
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