TU Graz

Hinweis:

Das ist ein alter - nicht mehr gewarteter - Artikel des AEIOU.

Im Austria-Forum finden Sie eine aktuelle Version dieses Artikels im neuen AEIOU.

https://austria-forum.org Impressum

bm:bwk
Österreich Lexikon
Österreich Lexikon
home österreich-alben suchen annotieren english
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt, Höhere - Grazer Autorenversammlung, GAV (24/25)
Grauwackenzone Grazer Autorenversammlung, GAV

Graz


© Copyright

Graz.



Graz, Steiermark, Bezirk Graz, Statutarstadt, 353 m, 244.604 Einwohner, 127,52 km2, Landeshauptstadt der Steiermark, zweitgrößte Stadt Österreichs, am Ostrand der Alpen, zu beiden Seiten der Mur, unterhalb von deren Durchbruch durch das steirische Randgebirge und das Grazer Bergland im Grazer Becken; Verwaltungs-, Verkehrs-, Industrie- und Handelszentrum. - Sitz der Landesregierung, des Landtags, aller Bezirks- und Landesbehörden (Landesschulrat, -archiv, -bibliothek, -jagdamt, -invalidenamt, -forstinspektion, -gendarmeriekommando usw.), Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung, Bundesdenkmalamt, Oberlandesgericht, Landesgerichtliche Gefangenenhaus, Sicherheitsdirektion, Finanzlandesdirektion, Arbeitsmarktservice, Direktion Graz der Post- und Telekom Austria AG, Bundesheer (Belgier-, Gablenz-, Hummel-, Kirchner-Kaserne, Wirtschaftsanstalt, Leistungszentrum, Fliegerhorst Nittner in Thalerhof, Munitionslager), Zollamt, Kammern, Produktenbörse, Zweiganstalt der Oesterreichischen Nationalbank. Bischofssitz (Bischöfliches Ordinariat Graz-Seckau), Evangelische Superintendentur, Israelitische Kultusgemeinde, Islamisches Zentrum. Karl-Franzens-Universität, Technische Universität, Universität für Musik und darstellende Kunst, Fachhochschule, Forschungsgesellschaft Joanneum, 3 L.-Boltzmann-Institute, Forschungsstelle für Ökosystem- und Umweltstudien (Österreichische Akademie der Wissenschaften). Verschiedene Krankenkassen, mehrere Zeitungen, zahlreiche Beratungszentren; 6 Krankenhäuser, 9 Sanatorien, Jugendheime, 2 Kinderdörfer; zahlreiche Honorarkonsulate; Opern- und Schauspielhaus, Konzertsäle, Freilichtbühne, ORF-Landesstudio Steiermark, Grazer Komödie, Volkstheater, Steiermärkisches Landesmuseum Joanneum (Neue und Alte Galerie, Schloss Eggenberg, Kunstgewerbemuseum, Steirisches Volkskundemuseum, Landeszeughaus), Diözesanmuseum, Stadtmuseum, Österreichisches Luftfahrtmuseum (Flughafen), Robert-Stolz-Museum, Schlossbergmuseum, Forum Stadtpark (Künstlervereinigung), Künstlerhaus, Stadtarchiv, Landesbibliothek und 3 weitere große Bibliotheken, Sternwarte Steinberg, Kongresshalle und -zentrum, Kulturhaus, Spielcasino, steirischer herbst (Avantgardefestival für Kunst, Musik und Literatur), styriarte (Festival klassischer Musik). Laufkraftwerk Weinzödl (errichtet 1982, 68.500 MWh), Fernheizkraftwerk (errichtet 1963), Messegelände mit rund 182.000 m2 (Grazer Frühjahrs- und Herbstmesse, Internationale Fachmesse "Technova International"), 3 Golfplätze, Fliegerschule, A.-Schwarzenegger-Stadion (mit Eisstadion) in Graz-Liebenau; Akademisches Gymnasium, 8 Bundesgymnasien und Bundesrealgymnasien, 2 Bundesoberstufenrealgymnasien, Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium für Berufstätige, Höhere Internatsschule des Bundes, Bischöfliches Gymnasium, Gymnasium und Realgymnasium Sacré Cœur, Gymnasium und Oberstufenrealgymnasium für Mädchen der Ursulinen, Oberstufenrealgymnasium und Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe der Schulschwestern, Gymnasium und Realgymnasium des Vereins Modellschule Graz, 10 Berufsschulen, 2 Handelsakademien, Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe, Höhere Technische Lehranstalt, Höhere Technische Bundeslehranstalt Graz-Göstling, Höhere Bundeslehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik, Lehranstalt für Chemotechniker, Fachschule für wirtschaftliche Berufe (privat), Sozialakademie, 3 Konservatorien, Schule für Sozialdienste, Fachschule für Sozialberufe der Caritas, Haushaltungsschule für Hörgeschädigte, Berufliche Lehranstalt für Sehbehinderte und Blinde, Werkmeisterschule des WIFI, Krankenpflegeschule, Berufspädagogische Akademie und Institut, Bundesanstalt für Kindergartenpädagogik, Pädagogische Akademie, Bundesanstalt für Leibeserziehung, Religionspädagogisches Institut, Pädagogische Akademie und Religionspädagogische Akademie der Diözese Graz-Seckau, Berufsförderungsinstitut, 2 Volkshochschulen Haupt-, Ost-, Graz-Köflacher Bahnhof, Straßenbahn; Schlossbergbahn; Flugplatz Graz-Thalerhof (in der Gemeinde Feldkirchen).

Wirtschaft: Graz ist wirtschaftliches Zentrum der Steiermark und regionales Arbeitsplatzzentrum: 137.022 Beschäftigte (1991), 54.600 Einpendler (1989), fortgeschrittener Dienstleistungssektor (rund 73,4 % der Beschäftigten, besonders öffentlicher Dienst, Handel, Geld- und Versicherungswesen; 1980-89 Zunahme um 11,1 %). Auf dem Produktionssektor (1980-89 Rückgang um 12,1 %): Fahrzeug- (Steyr-Daimler-Puch AG, Eurostar Automobilwerk) und Fahrzeugteilbau (SGP Verkehrstechnik GmbH), Maschinen- und Stahlbauindustrie, Anlagen- und Apparatebau, Bauwesen, Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Brauereien, Fleisch-, Brot- und Süßwarenerzeugung, Kaffeeröstereien), chemische (besonders Farben und Lacke) und pharmazeutische Industrie, elektrotechnische und Elektronikindustrie, Papierverarbeitung, Druckereien; große Dichte an kleinen und mittleren Gewerbebetrieben, Fremdenverkehr (572.504 Übernachtungen), Zentralbüros landeseigener Betriebe: Graz-Köflacher Eisenbahn, Steiermärkische Elektrizitäts-AG (STEG), Steirische Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG (STEWEAG).

Geschichte: Das Stadtbild wird von Mur, Schlossberg und den Randbergen bestimmt. Bauwerke von der Gotik bis zur Moderne sind in hervorragenden Beispielen vertreten. Das Stadtgebiet gab archäologische Funde seit der Jungsteinzeit frei; Steindenkmäler und Bodenfunde beweisen die Anwesenheit der Römer; die alpenslawisch-karantanischen Spuren des Früh-Mittelalters sind fast ausschließlich in Orts-, Fluss-, Flur- und Bergnamen fassbar, auch im Namen der Stadt selbst (slawisch gradec = kleine Burg) und in Ortsteilnamen wie Andritz, Gösting und Straßgang.

Der Ortsname Graz blieb bis ins 19. Jahrhundert auch in der Schreibung Grätz erhalten (im Mittelalter zur Unterscheidung gegenüber dem untersteirischen Windischgraz auch als Bairisch-Grätz bezeichnet). Die baierische Besiedlung nach Mitte des 10. Jahrhunderts ist aus Namen wie Baierdorf, Wetzelsdorf, Algersdorf, Guntarn erkennbar. Siedlungskerne des mittelalterlichen Graz sind an der Straßengabelung Sporgasse- Hofgasse und in der Sackstraße zwischen Mur und Schlossberg zu sehen, auf dem vielleicht in der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts eine Burg entstand. 1128 wird die Siedlung erstmals urkundlich genannt, die Burg auf dem Schlossberg war um 1130 traungauischer Herrschaftssitz (Otakare). Um 1147 wurde in der heutigen Sackstraße ein Straßenmarkt gegründet. Das älteste urkundlich genannte Haus von Graz ist der "Reinerhof" von 1147. Um 1164 erfolgte die Anlage eines 2. Markts (heutiger Hauptplatz) unter Markgraf Otakar III. 1172 ist Graz als Markt, 1189 als "civitas", 1268 als "oppidum" genannt. Ab 1379 (Neuberger Teilungsvertrag) war Graz Residenz der Leopoldinischen Habsburger für Innerösterreich. Eine Blütezeit erlebte Graz unter Kaiser Friedrich III., der die heutige Burg ab 1438 als Stadtresidenz erbauen ließ (1480 und 1532 Türkeneinfälle). Nach der Länderteilung des Erbes Kaiser Ferdinands I. wurde Graz 1564 wiederum Residenz von Innerösterreich unter Erzherzog Karl II. (1564-90) und Ferdinand II., der als Kaiser seinen Sitz 1619 nach Wien verlegte. Graz blieb aber bis 1749 Hauptstadt der innerösterreichischen Länder (Steiermark, Kärnten und Krain, Görz, Triest, Inneristrien).

Stadterweiterungen erfolgten im Spätmittelalter ("Kälbernes Viertel" und Burgviertel) und in der frühen Neuzeit (Karmeliterplatz), dazu kamen die unbefestigten alten Vorstädte Geidorf, Gries und Lend. Wegen der ab 1544 ständig drohenden Türkengefahr wurden die Stadtbefestigung und die Schlossbergfestung durch Baumeister D. dell´Allio modernisiert. 1585 wurde als Gegengewicht zur evangelischen Stiftsschule der protestantischen Landstände, an der unter anderem der Mathematiker und Astronom J. Kepler lehrte, die Jesuitenuniversität gegründet. Gegenreformation und Bannung der Türkenbedrohung nach 1664 brachten die Barockisierung der Stadt. Auflassung und Schleifung der meisten Stadtbefestigungen bis 1811 ermöglichten eine Ausbreitung der Stadt vor allem nach Süden und Osten. 1770 erfolgte die Numerierung der Häuser, 1786 die Verlegung des Bischofssitzes von Seckau nach Graz. Die Jesuiten- bzw. frühere Stadtpfarrkirche St. Ägidius wurde Dom. 1869/72 wurde der Stadtpark ("Gartenstadt" Graz) angelegt, 1811 das Joanneum als technische Lehranstalt und Museum durch die Landstände auf Anregung Erzherzog Johanns gegründet. Ab 1840 begann sich Graz zur Großstadt zu entwickeln, vor allem mit dem Anschluss an die Südbahn 1844; Graz wurde zur "Pensionopolis" der Monarchie. Groß-Graz entstand 1938 durch Eingemeindung von 10 heutigen Bezirken. Zu den Bezirken Innere Stadt, St. Leonhard, Geidorf, Lend, Gries, Jakomini kamen noch Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Maria Trost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf und Straßgang sowie 1988 Puntigam. Heute besteht Graz aus 17 Bezirken. Das Gemeindegebiet hatte sich 1938 von 21,6 km2 auf 127,29 km2 vergrößert. Im 2. Weltkrieg wurde Graz vor allem 1944/45 stark in Mitleidenschaft gezogen (vollständige oder teilweise Zerstörung von 16 % aller Gebäude), 1788 Einwohner wurden getötet.

In den 50er und besonders in den 60er Jahren erfolgte eine neuerliche Stadterweiterung; 1974 wurden mit dem Beschluss eines Altstadterhaltungsgesetzes die Stadterneuerungsaktivitäten forciert. Die Stadtentwicklungskonzepte von 1980 und besonders von 1990 enthalten eine Stärkung der Hauptstadtfunktionen, wirtschaftliche, soziale und Umweltschutzmaßnahmen sowie verkehrspolitische Strategien. Strukturbestimmend für die Stadtentwicklung war vor allem das Zentrengefüge (Stadtkern, Stadtteil- und Bezirkszentren). Durch die politischen Umwälzungen in den Nachbarländern seit Ende der 80er Jahre entwickelt sich Graz zunehmend zu einem "Tor nach Südosten". - 1999 wurde die Altstadt von Graz in der Kategorie Kulturdenkmal in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen.

Kirchliche Bauten: Dom heiliger Ägidius (urkundlich 1174), 1438-62 Neubau als Stadtpfarrkirche, ab 1564 Hofkirche, 1577-1773 Jesuitenkirche, seit 1786 Kathedralkirche des Bistums Graz-Seckau; Westportal mit Wappen und Vokalreihe AEIOU Kaiser Friedrichs III. (1456); an der Südseite gotisches "Landplagenbild" (Fresko von Thomas von Villach 1485) mit Darstellung von Türken, Pest und Heuschrecken; Hochaltar (1730-33) mit Plastiken von J. J. Schoy, Altarbild von F. I. Flurer sowie ältere Statuen von F. Robba aus Venedig; zahlreiche Grabsteine und Grabmäler seit der Gotik, darunter das bemerkenswerte Porträtrelief J. C. von Cobenzls (1741) von G. R. Donner; 2 Reliquienschreine, ursprünglich Brauttruhen der Paola Gonzaga (vor 1477, Mantua). - Neben dem Dom das Mausoleum von Kaiser Ferdinand II. als bedeutendes Bauwerk des Manierismus, 1614-37 von G. P. de Pomis und P. Valnegro erbaut, Innenausstattung ab 1687, Hochaltar um 1695 von J. B. Fischer von Erlach, Fresken "Apotheose des Kaiserhauses" (1688/89), in der Gruft Sarkophag von Erzherzog Karl II. (begraben in Seckau) und Maria von Bayern von S. Carlone (um 1608); darüber Grabstätte der Bischöfe. - Leechkirche, älteste erhaltene Kirche des alten Stadtgebiets (darunter Gräber der Urnenfelderkultur 9./8. Jahrhundert v. Chr.), 1202 als Kunigundenkapelle (Rundbau) erbaut, 1233 dem Deutschen Ritterorden geschenkt; nach Zerstörung bei Ungarneinfall um 1255-93 neu errichtet, nach 1500 Umbau der 2-türmigen Westfront; die Plastik "Thronende Madonna mit Kind" am Westportal um 1283-93 ist ein Hauptwerk des späten Zackenstils in Österreich; figurale gotische Glasscheiben (um 1333 und um 1500). - Spätgotische Stadtpfarrkirche zum Heiligen Blut (um 1439/40 und nach 1480) mit Barockfassade (1742) und barockem Giebelturm (1781) von J. G. Stengg; Gemälde "Mariä Himmelfahrt" von J. Tintoretto; moderne figurale Glasgemälde (1950-53) von A. Birkle; Pfarrhof mit Resten des spätgotischen Kreuzgangs des ehemaligen Dominikanerklosters. - Gotische Franziskanerkirche (1515-19) mit -kloster; Kreuzgang mit bemerkenswerten Grabdenkmälern; gotische Jakobskapelle (1320-30). - Frühbarocke Mariahilferkirche (Gruft der Fürstenfamilie Eggenberg) von G. P. de Pomis (1607-36, Fassade von J. Hueber 1742-44) mit Minoritenkloster; Altarbild Mariahilf von G. P. de Pomis; im Kloster Diözesanmuseum und Sommerrefektorium ("Minoritensaal") von J. Carlone (ab 1691) mit prachtvoller Ausstattung, unter anderem Riesengemälde "Speisung der 5000" von J. B. Raunacher (1732). - Barocke Barmherzigenkirche samt -kloster (1615, Neubau 1735 begonnen, 1769 geweiht) von J. G. Stengg, Hochaltar von J. Schokotnigg (1763), Konvent und Spital im 19./20. Jahrhundert erweitert. - Gotische Bürgerspitalskirche Heiliger Geist 1461-63, einer der eindrucksvollsten Sakralräume der Stadt. - Stiegenkirche (urkundlich erwähnt 1343, ehemalige Augustiner-Eremitenkirche), Neubau 1613-28 mit origineller Treppenanlage als Zugang; 1783 aufgehoben, Neugestaltung 1984. - Antoniuskirche (1600-02) mit ehemaligem Kapuzinerkloster (heute Steirisches Volkskundemuseum, gegründet von V. Geramb). - Herz-Jesu-Kirche, monumentalster Bau der Neugotik der Steiermark, 1881-91 von G. Hauberisser dem Jüngeren erbaut, Turm 102 m hoch. - Kalvarienberg und -kirche, ausgedehnte Anlage 1654-1723 mit Stationskapellen und Golgathagruppe, Kirche 1668-1723, Heilige Stiege. - Schlosskirche St. Martin am Kehlberg (1642 vom Stift Admont erbaut); Hochaltar (um 1740 von J. T. Stammel) mit heiligem Martin, Sturz des Saulus, Wunderheilung des heiligen Eligius, Hauptwerk der sakralen Barockplastik der Steiermark mit lebensgroßen Pferdedarstellungen. - Spätgotische Pfarrkirche Maria Elend zu Straßgang mit Römersteinen, gotische Schutzmantelmadonna (um 1519) und bemerkenswerten Grabsteinen aus Gotik und Renaissance. - Wallfahrtskirche Mariatrost 1714-24 von A. und J. G. Stengg erbaut; Fresken ab 1737, spätbarocke Einrichtung.

Weltliche Bauten: Landhaus (ab 1494, 1527-31 "Rittersaal") von D. dell´Allio 1557-65 als "Ständehaus" errichtet, Hauptwerk der Renaissancearchitektur in der Steiermark; herrlicher Arkadenhof; Stiege und Kapelle (1630-31); Landtagssitzungssaal ("Landstube", 1741). - Landeszeughaus (1642-44) mit zirka 29.000 Waffen und Rüstungen größtes historisches Arsenal der Welt; figurengeschmücktes Portal (1644). - Burg: 1438-53 von Kaiser Friedrich III. erbaut; Maximiliansbau (1494-1500) mit steinerner gotischer Doppelwendeltreppe; im 16. Jahrhundert erweitert, 1853/54 Teile abgebrochen, Neubauten 1950-52; im 2. Burghof Steirische Ehrengalerie mit modernen Büsten berühmter Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft. Ehemaliges Jesuitenkolleg (1572-97, heute Priesterseminar) mit emblemgezierter Prunkstiege. Alte Universität (1607-09) mit Bibliothekssaal (ehemalige Aula, 1776-78 umgestaltet). - Palaisbauten von Adelsfamilien: Saurau-Goëss (1564-66), Herberstein (17./18. Jahrhundert, heute Neue Galerie), Attems (1702-09, jetzt Landesregierung), Wildenstein (18. Jahrhundert), Königsacker (17. Jahrhundert), Meranpalast (1841-43), des Effans d´Avernas (17. Jahrhundert). - Haus des Deutschen Ritterordens (1690/91) mit Arkadenhof (um 1520), historistisches Rathaus (1887-93), Landeskrankenhaus (1904-07), Landesmuseum Joanneum (1665-74, Alte Galerie 1890-94), Opernhaus (1898/99, Zubau 1985), Schauspielhaus (1824/25, 1960-64 Umbau). Schlossberg mit Uhrturm (Wehrbau des 13. Jahrhunderts, 1559/69 umgestaltet); Bundeserziehungsanstalt Schloss Liebenau (1853/54); Schloss Eggenberg (1625-55); Schloss (1724-28) und Burgruine (ab 11. Jahrhundert) Gösting; Karlauer Schloss (1584-90, jetzt Strafvollzugsanstalt).

Im Altstadtbereich und in den alten Vorstädten sind mehrere vollständige Bauensembles erhalten, so Hauptplatz, Franziskanerplatz und "Kälbernes Viertel" (16. Jahrhundert), Freiheitsplatz (Klassizismus), Südtiroler Platz, Minoritenplatz, Mehlplatz, Karmeliterplatz, Straßenzüge Sporgasse, Sackstraße, Murgasse, Schmiedgasse, Stempfergasse, Bürgergasse, Burggasse. Zahlreiche Parks und Gärten: Schlossberg, Stadtpark (1869-72 auf dem Glacis), Burggarten, Rosarium, Hilmteich mit Leechwald, Rosenhain, Augarten, Volksgarten, Botanischer Garten.

Denkmäler: Mariensäule (1666-70), Kaiser Franz I. (1841), L. Graf von Welden (1859, Gestalter des Schlossbergs), F. Schiller (1865), W. von Tegetthoff (1877), Erzherzog-Johann-Brunnen (1878), Kaiser Joseph II. (1887), A. Grün (1887), M. von Franck (1899, Schöpfer des Stadtparks), C. Morré (1907), P. Rosegger (1936), W. A. Mozart (1936), Staatsvertragsdenkmal (1955), J. Kepler (1963), J. Marx (1967/68), R. Stolz (1970), F. Nabl (1974).

Friedhöfe: Zentralfriedhof (1888-92) mit Krematorium, Steinfeldfriedhof, Leonhardfriedhof und St.-Peter-Stadtfriedhof mit zahlreichen Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten.



© Copyright

Graz: Landhaushof.



© Copyright

Wappen von Graz.



© Copyright

Graz: 1 Hauptplatz - 2 Landhaus - 3 Landeszeughaus - 4 Stadtpfarrkirche zum Heiligen Blut - 5 Burg - 6 Dom - 7 Mausoleum - 8 Leechkirche - 9 Franziskanerplatz - 10 Palais Herberstein - 11 Schloßberg - 12 Joanneum


Literatur: F. Popelka, Geschichte der Stadt Graz, 2 Bände, 1928/35, 1963; W. Steinböck (Hg.), Festschrift der Stadt Graz, 850 Jahre, 1978; H. Schweigert (Bearbeiter), Graz, Dehio-Handbuch - Die Kunstdenkmäler Österreichs, 1979; W. Leitner und P. Cede, Graz, der urbane Lebensbereich an der Mur, 1987; Österreichisches Institut für Raumplanung, Regionalberichte 1991, Steiermark, 1991; M. Steiner, M. Gruber und W. Schmied, Der Zentralraum Graz und seine Wirtschaft, 1993.


Verweise auf andere Alben:
Musikgeschichte: Giovanni Battista Bonometti: Parnassus musicus Ferdinandeus

 
Hinweise zum Lexikon Abkürzungen im Lexikon
 
© Copyright Österreich-Lexikon

 

Suche nach hierher verweisenden Seiten
 
hilfe projekt aeiou des bm:bwk copyrights mail an die redaktion