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Ingenieurkammern - Institut für Dialekt- und Namenlexika (18/25)
Innitzer, Theodor Innsbrucker Nordkette

Innsbruck


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Innsbruck.



Innsbruck, Tirol, Bezirk Innsbruck, Statutarstadt, 575 m, 116.851 Einwohner (1981: 117.287 Einwohner), 104,89 km2, Landeshauptstadt von Tirol, liegt am Inn an der Einmündung der Sill, ist von der Nordkette des Karwendelgebirges (Hafelekarspitze 2334 m, Rumer Spitze 2454 m) im Norden, von den Vorbergen der Zentralkette (Patscherkofel 2246 m, Glungezer 2677 m) im Süden umgeben und trennt mit der vorgelagerten Martinswand das Inntal in ein westliches Ober- und ein östliches Unterinntal. Wirtschafts-, Verwaltungs- und kultureller Mittelpunkt Tirols, zweisaisonales Fremdenverkehrszentrum (1,347.789 Übernachtungen) und Kongress-Stadt; Schauplatz der Olympischen Winterspiele 1964 und 1976. Katastralgemeinden: Innsbruck, Wilten, Pradl, Hötting, Mühlau, Arzl, Amras, Igls, Vill. - Sitz der Landesregierung, des Landtags, aller Landes- (-schulrat, -gendarmeriekommando, -forstdirektion, -invalidenamt usw.) und Bezirksbehörden, Bezirkshauptmannschaft, Oberlandesgericht, Landesgericht und Landesgerichtliches Gefangenenhaus, Sicherheits- und Finanzlandesdirektion, Direktion Innsbruck der Post und Telekom Austria AG (Tirol und Vorarlberg), Bundesbahn- und Bundespolizeidirektion, Militärkommando Tirol, Conrad-, Eugen- und Standschützen-Kaserne, Bundesdenkmalamt, Bundesamt für Zivilluftfahrt und für Eich- und Vermessungswesen, Bundesgebäudeverwaltung II, Bundesanstalten für Lebensmitteluntersuchung, Leibeserziehung und veterinärmedizinische Untersuchungen, forstliche Bundesversuchsanstalt, Bundesstaatliche bakteriologisch-serologische Untersuchungsanstalt, Bundesqualitätskontrolle, Bundesasylamt, Regionalstelle der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, Zollamt, Landesgeschäftsstelle des Arbeitsmarktservice, Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Landarbeiterkammer, Landeslandwirtschaftskammer und andere Kammern und berufsständische Vertretungen, Pensionsversicherungsanstalten der Arbeiter, Bauern, Angestellten und der gewerblichen Wirtschaft, Sozialversicherungsanstalt der Bauern und der gewerblichen Wirtschaft, Tiroler Gebietskrankenkasse, Österreichischer Ski-Verband, Bischofssitz (Bischöfliches Ordinariat Innsbruck, Bischöfliches Priesterseminar), Theologisches Konvikt "Canisianum", Jesuitenkolleg und zahlreiche christliche Ordensgemeinschaften, verschiedene Religionsgemeinschaften (evangelisches Pfarramt, Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Neuapostolische Kirche, Buddhistisches Zentrum, Israelitische Kultusgemeinde), Zeitungen ("Tiroler Tageszeitung", "Tiroler Bauernzeitung" usw.), zahlreiche Beratungszentren, Leopold-Franzens-Universität, Sommerakademie für bildende Kunst, Abteilung Musikerziehung der Universität Mozarteum in Salzburg, Biomedizinisches Institut für Alternsforschung (Österreichische Akademie der Wissenschaften), Fachhochschule und weitere wissenschaftliche Institutionen; Landeskrankenhaus (Universitätskliniken), Militärspital, Sanatorium, Privatklinik, Kinder-, Jugend- und Mädchenheime, Kinderdorf, Caritaszentrale der Diözese, 7 Sozialstationen; Konsulate, Naturopazentrum (Europarat); Kongresshaus, ORF (Landesstudio Tirol), Tiroler Landestheater, Innsbrucker Symphonieorchester, Tiroler Volksbühne, Innsbrucker Kellertheater, Theater an der Sill, Bauerntheater, Breinößlbühne, Tiroler Puppenspiele, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Tiroler Landeskundliches Museum (Zeughaus), Tiroler Volkskunstmuseum, Maximilianeum, Glockenmuseum, Alpenvereinsmuseum, Kaiserschützenmuseum, Bergiselmuseum, Localbahn-Museum, Kunsthalle Innsbruck, Tiroler Kunstpavillon, Stadtturmgalerie, Theresiengalerie, Galerie im Palais Taxis, Schloss Ambras (Kunsthistorische Sammlung, Gartenanlage); Büchereien, Messegelände (Innsbrucker Frühjahrs- und Herbstmesse), Innsbrucker Kultursommer, Musikmesse, Botanischer Garten der Universität, Alpenzoo, Tivoli-Stadion am Bergisel (746 m), Olympia-Sprungstadion (Sprungschanze) und Olympia-Eisstadion (Kunsteishalle, Eisschnellaufbahn), Flugsportzentrum Innsbruck, Spielcasino; Akademisches Gymnasium, Abendgymnasium, 3 Bundesgymnasien und Bundesrealgymnasien, Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium für Berufstätige, Bundesoberstufenrealgymnasium, Wirtschaftskundliches Realgymnasium für Mädchen der Ursulinen, Schulen der Barmherzigen Schwestern (Oberstufenrealgymnasium für Mädchen, Bundesanstalt für Kindergartenpädagogik, Fachschule für Sozialberufe, Internat), Handelsakademie, Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe, Höhere Bundeslehranstalt für Mode- und Bekleidungstechnik, Höhere Technische Bundeslehranstalt, Höhere Lehranstalt für Fremdenverkehrsberufe, 10 Berufsschulen, Fachschule für Sozialberufe der Caritas, Hebammenlehranstalt, Waldorfschule, Blinden- und Sehbehindertenschule, Sonderschule für Schwerstbehinderte, Mädcheninternat der Don-Bosco-Schwestern, Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe, Medizinisch-technische Schulen und Krankenpflegeschulen der Universitätskliniken, Berufspädagogische Akademie des Bundes, Pädagogisches Institut des Bundes, Pädagogisches Institut des Landes Tirol, Religionspädagogisches Institut der Diözese, Volkshochschule, Hochgebirgsschule Tirol, Bergsteigerschule des Österreichischen Alpenvereins; Stadtwerke mit den Laufkraftwerken Mühlau (errichtet 1951, 5,8 MW), Unteres Sillwerk (errichtet 1966, 28 MW), Oberes Sillwerk (errichtet 1903, 17,0 MW); Haupt- und Westbahnhof, Flughafen Innsbruck-Kranebitten, Olympisches Dorf, Hungerburgbahn (Standseilbahn auf die Hungerburg, 868 m), Nordkettenbahn (Gondelbahn auf Seegrube und Hafelekarspitze, Bergstation 2269 m), Muttereralmbahn (Gondelbahn auf die Mutterer Alm, 1608 m).

Wirtschaft: 66.731 Beschäftigte (1991), davon rund 83 % im Dienstleistungssektor (vor allem persönliche, soziale und öffentliche Dienste, Handel, Geld-, Kredit- und Versicherungswesen); in den letzten Jahren wurden zahlreiche Industriebetriebe in Umlandgemeinden ausgesiedelt, die Industriezone befindet sich heute in der Rossau im Osten der Stadt; Hauptzweige: Brauereien, Metallverarbeitung, Maschinenbau, etwas chemische Industrie (Laminate), Erzeugung von Baustoffen, Seifen, Nahrungsmitteln (Mehl, Speiseöl), alkoholfreien Getränken, Textilien (Hemden, Loden), Futtermitteln; Holzverarbeitung, Elektroindustrie (Steckdosen), Druckereien, Bauwesen.

Geschichte: Aus dem Stadtgebiet von Innsbruck stammen archäologische Funde aus allen Epochen der Urgeschichte seit der Jungsteinzeit. Das Innsbrucker Becken weist eine Siedlungskontinuität von 3000 Jahren auf (vorrömische Ortsnamen, Urnenfeldergräber in Wilten, Amras, Hötting und Mühlau). Die Römer bauten 46/47 n. Chr. die Via Claudia Augusta und legten die Zivil- und Militärsiedlung Veldidena an. Aus dieser entstanden im Mittelalter Dorf und Kloster Wilten (1138 Prämonstratenser). Um 1165-70 errichteten die bayerischen Grafen von Andechs unterhalb Hötting eine Marktsiedlung, ließen eine Brücke über den Inn schlagen (1167/83 Name Inspruk), erwarben 1180 das Areal südlich davon und legten dort die Altstadt an, die um 1187/1204 zur Stadt aufstieg. 1263 gelangte Innsbruck an die Grafschaft Tirol, 1363 an die Habsburger, wurde 1420 Residenz und Zentrum des Landes und erhielt, besonders unter Maximilian I. (Goldenes Dachl), zur Zeit Ferdinands I. (Hofkirche), Erzherzog Ferdinands II. (Schloss Ambras), Erzherzog Leopolds V. (Opern- und Schauspielhaus) und in der Barockzeit (Hofburg, Landhaus, Umgestaltung des Doms) bedeutende Bauwerke. In der Zeit der Gotik prägte die Familie Türing, in der Barockzeit die Familie Gumpp das Stadtbild. 1669 wurde die Universität gegründet (1810-26 aufgehoben). Seit dem Bahnbau (1856-58 von München, 1864-67 über den Brenner nach Bozen, 1882-84 über den Arlberg) entstanden Textil- und Lebensmittelbetriebe, Elektrizitätswerke, neue Stadtviertel beiderseits der Maria-Theresien-Straße und nördlich des Hofgartens mit vielen Hotels, öffentlichen Bauten und Wohnstraßen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts planmäßige Verbauung der Stadtteile Saggen (Norden) und Pradl (Osten) sowie des Universitätsviertels. 1904 wurden Pradl und Wilten eingemeindet, 1938 Hötting, Mühlau und Amras, 1940 Arzl und 1942 Vill und Igls. Von Dezember 1943 bis April 1945 erlebte die Stadt 21 Bombenangriffe und erlitt schwere Schäden. Im Zuge des Wiederaufbaus entstanden seit 1948 neue Stadtteile, die Initiativen fanden 1964 mit der Verleihung des Europapreises Anerkennung. Die 60er und 70er Jahre sind als Phase der Stadterweiterung zu bezeichnen, die durch den Bau der beiden Olympischen Dörfer gekennzeichnet war. Aufgrund der Lage in einem Talkessel extreme Baulandknappheit, daher bestanden bald kaum noch Möglichkeiten zur weiteren Expansion. Das letzte größere Wohnbauprojekt war die Peerhofsiedlung (zirka 500 Wohnungen, 1985-90); heute kaum sozialer Wohnbau, starke Suburbanisierungstendenzen, Bautätigkeit besonders im Umland (Bezirk Innsbruck-Land, starke Bevölkerungszuwächse in den Gemeinden Rum und Völs). Da relativ wenig alte Bausubstanz existiert, gibt es nur geringen Sanierungsbedarf. Der städtebauliche Trend geht zur innerstädtischen Verdichtung durch Anbauten. Basis der Entwicklungsplanung ist das Stadtentwicklungskonzept von 1980 (Fortschreibung 1983/84) mit besonderem Schwergewicht auf Umweltschutzmaßnahmen, Steigerung der Lebensqualität und Optimierung des Stadtverkehrs (Verkehrskonzept 1989/90).

Bauten: Innsbruck konnte trotz mehrerer Brände und der Kriegsschäden seine Baudenkmäler weitgehend erhalten. Bei der Innbrücke steht die so genannte Ottoburg (erbaut um 1495), daneben das Alte Regierungsgebäude mit dem Claudiasaal, gegenüber die ehemalige Burg der Andechser und der Gasthof Goldener Adler. An der Herzog-Friedrich-Straße mehrere Bauten mit Lauben, unter anderem Goldenes Dachl (mit Museum Maximilianeum), Helblinghaus, Katzunghaus mit Reliefs (16. Jahrhundert), Altes Rathaus (1358 erbaut, 1543 und 1691 umgestaltet) mit dem 1442-50 erbauten Stadtturm, Kohleggerhaus mit Fresken (15. Jahrhundert). Das Trautsonhaus (1541) ist neben dem Deutschordenshaus (urkundlich 1453, Neubau 1530-34) der bedeutendste Profanbau aus der Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance. Das Burgriesenhaus ließ Erzherzog Sigmund 1487-90 erbauen. Die Domkirche (ab 1643 Pfarr-, seit 1964 Bischofskirche) wurde auf romanischen und gotischen Vorgängerbauten 1717-24 von J. J. Herkommer errichtet; Fresken von C. D. Asam und Stuck von E. Qu. Asam, im Hochaltar Gnadenbild Mariahilf von L. Cranach dem Älteren, Grabmal Erzherzog Maximilians III. († 1618) und Erzherzog Eugens († 1954). Der Dom, am 16. 12. 1944 schwer beschädigt, wurde 1946-50 rekonstruiert sowie 1974 außen und 1990-93 innen generalrenoviert; daneben Landesregierung und Kongresshaus (ehemaliges Hoftheater Dogana, Universitätsbibliothek); gegenüber Landestheater (1844-46) und Stadtsaal. Am Rennweg der Hofgarten (seit 1402), ORF-Landesstudio (1969-71) und Station der Hungerburgbahn, dort Panoramahaus (1907) mit Rundgemälde der 3. Bergiselschlacht 1809. Neben der Hofburg und dem ehemaligen Adeligen Damenstift steht die Hofkirche mit dem Maximiliansgrab, im ehemaligen Kloster (bis 1775 Franziskaner, dann Theresianische Ritterakademie, Theologisches Seminar und bis 1910 Gymnasium) befindet sich das Tiroler Volkskunstmuseum, in der Universitätsstraße das 1562 erbaute, 1643 und 1672/73 vergrößerte Jesuitenkolleg (seit 1773 Universität, jetzt Theologische Fakultät) und das Akademische Gymnasium. Die Jesuitenkirche wurde 1627-40 erbaut, 1946-53 wiederhergestellt; Gruft für Erzherzog Leopold V. und Claudia von Medici; daneben die Palais Tannenberg-Enzenberg (um 1720) und Pfeiffersberg (jetzt Jesuitenkonvikt). In der Museumstraße Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (Landeskundliche Abteilung im Zeughaus Maximilians I.); in der Maria-Theresien-Straße Rathaus (im 18. Jahrhundert aus 3 gotischen Häusern vereinigt), Landhaus (1725-29, neuer Teil 1938/39) mit Palais Fugger-Taxis (ab 1679), Palais Trapp (um 1700) und Troyer-Spaur (1681-83). Servitenkirche mit Kloster (1620-26) und Spitalskirche (1700/01). Südwestlich gegen den Inn öffentliche Bauten (Gerichte, Allgemeines Landeskrankenhaus, Kliniken, Schulen, Universität). Im Süden Wilten mit Basilika (1751-55) und Prämonstratenserkloster, anschließend Bergisel mit Sprungschanze (1976). Im Ortsteil Amras Schloss Ambras. In Hötting Ansitz Lichtenthurn (1588), Schloss Büchsenhausen, 1641 aus 2 Renaissancehäusern entstanden, spätgotisches Schlösschen Weiherburg (urkundlich 1470).

Denkmäler: Triumphpforte zur Erinnerung an die Vermählung Leopolds II. mit Maria Ludovika von Spanien (und Tod Franz´ I.), Annasäule (1707) zur Erinnerung an die Abwehr der Bayern 1703, Leopoldsbrunnen (1621), Rudolfsbrunnen (1877), Befreiungsdenkmal (1948), Erzherzog-Eugen-Denkmal im Hofgarten, Andreas-Hofer-Denkmal auf dem Bergisel.



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Innsbruck: Fassade der Hofburg.



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Wappen von Innsbruck.



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Innsbruck: 1 Altes Rathaus - 2 Goldenes Dachl - 3 Helblinghaus - 4 Dom - 5 Hofburg - 6 Hofkirche - 7 Spitalskirche Hl. Geist - 8 Landhaus - 9 Triumphpforte - 11 Riesenrundgemälde der Bergisel-Schlacht - 12 Zeughaus Maximilians - 13 Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum


Literatur: H. Hammer, Kunstgeschichte der Stadt Innsbruck, 1952; O. Stolz, Geschichte der Stadt Innsbruck, 1959; M. Forcher, Innsbruck in Geschichte und Gegenwart, 1975; F. H. Hye, Innsbruck. Geschichte und Stadtbild bis zum Anbruch der neuen Zeit, 1980; Österreichisches Städtebuch, Band V, Teil 1, Die Städte Tirols, 1980; Österreichische Kunsttopographie, Band 47, 1986; Festschrift 850 Jahre Prämonstratenser-Chorherrenstift Wilten, 1988; Der Dom zu St. Jakob, Festschrift 1993.


Verweise auf andere Alben:
Foto-Album: Innsbruck

 
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