TU-Graz

ACHTUNG:
Sie sind jetzt in der "alten" (nicht mehr gewarteten Version) des AEIOU.
Die gewartete Version findet sich unter:

Austria-Forum
www.austria-forum.org


Starten Sie eine Suche nach dieser Seite im neuen AEIOU
durch einen Klick hier

bm:bwk
Österreich Lexikon
Österreich Lexikon
home österreich-alben suchen annotieren english
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Hochwechsel - Höfel, Blasius (24/25)
Hofburg, Innsbruck Höfel, Blasius

Hofburg, Wien


© Copyright

Gesamtkomplex der Hofburg mit dem Heldenplatz und den beiden Museen.



Hofburg, Wien 1, heute zwischen Josefsplatz, Michaelerplatz und Burgring, war (urkundlich 1279) Regierungssitz der österreichischen Landesherren ab dem 13. Jahrhundert, der deutschen Könige und Römischen Kaiser ab dem 15. Jahrhundert bis 1806 (mit Ausnahme der Jahre 1740-45) und der Kaiser von Österreich bis 1918. Sie stellte die "neue" Pfalz der Babenberger (Leopold VI., um 1215-20) dar, auch von König Ottokar II. und Rudolf von Habsburg verwendet und erweitert und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umgestaltet. Im 15. Jahrhundert erfolgte der Neu- bzw. Umbau der Burgkapelle (urkundlich 1296; Neubau 1447-49), Sitz der Hofmusikkapelle. Die heutige Gestalt erhielt der "Schweizertrakt" in der Renaissance (Schweizertor, 1552/53) durch P. Ferrabosco, der auch die folgenden Bauten errichtet haben dürfte, so 1558-68 die Stallburg für Maximilian II. und gegenüber dem Schweizerhof einen Spätrenaissancebau für Rudolf II., die "Amalienburg" (Name stammt von der späteren Kaiserin Amalie Wilhelmine, Gemahlin Josephs I.), die 1605 vollendet wurde. Der Innere Burghof diente als Turnier- und Theaterplatz und wird heute vom spätklassizistischen Denkmal (1824-46) für Kaiser Franz I. von Österreich (von P. Marchesi) beherrscht.

Schweizertrakt (Schatzkammer), Stallburg (heute mit Ställen der Spanischen Reitschule und Lipizzaner-Museum) und Amalienburg wurden in den folgenden Jahrhunderten mit weiteren Gebäuden verbunden. Nach Plänen von F. Lucchese erneuerten 1660-66 C. M. und D. Carlone den Leopoldinischen Trakt an der Südwestseite. Er wurde nach einem Brand 1668 um ein Geschoss höher nach Plänen von D. Carlone und P. Tencala bis 1681 wiederhergestellt. Dort liegen die kostbar ausgestatteten Gemächer, die Kaiser Franz I. und Maria Theresia bewohnten und die heute als Amtsräume des Bundespräsidenten dienen. J. L. von Hildebrandt lieferte 1723 die Pläne für den Bau des Reichskanzleitrakts, der, 1730 von J. E. Fischer von Erlach vollendet, die Nordostseite des Inneren Burghofs schließt. Hier befinden sich die öffentlich zugänglichen Kaiserappartements, ausgestattet mit Gemälden und Mobiliar zwischen 1820 und 1900, unter anderem Wohn- und Audienzräume Kaiser Franz Josephs I. und Kaiserin Elisabeths, sowie die Hoftafel- und Silberkammer und die Amtsräume des Bundesdenkmalamts. Zwischen Reichskanzleitrakt und Winterreitschule (Spanische Reitschule) blieb die Hofburg unvollendet, der geplante Kuppelbau wurde wegen des sich an dieser Stelle befindenden Hofburgtheaters nicht ausgeführt. Die Pläne J. E. Fischers von Erlach wurden von F. Kirschner für den 1889-93 errichteten Michaelertrakt verwendet. Unter seiner Kuppel erhielt die Hofburg ein Hauptportal zur Stadt.

Der künstlerisch bedeutendste Bau des Burgbereichs ist die Hofbibliothek, die J. E. Fischer von Erlach nach Plänen seines Vaters für Kaiser Karl VI. 1735 vollendete. Die prachtvolle Fassade, hinter der sich der herrliche Bibliothekssaal verbirgt, wird von 2 Seitenflügeln eingefasst, die N. Pacassi 1763-69 errichtete. Im rechten Flügel befinden sich die Redoutensäle (1992 ausgebrannt,1997 wiedereröffnet, teilweise rekonstruiert, im Großen Redoutensaal neue Decken- und Wandbilder von J. Mikl), der linke Flügel, mit den Sammlungen der Nationalbibliothek, birgt auch die Fassade der Augustinerkirche. Der auf diese Weise umschlossene Josefsplatz (mit Reiterdenkmal Kaiser Josephs II. von F. A. Zauner) gilt als einer der schönsten Plätze Wiens.

Im Zuge der Stadterweiterung Wiens (durch Kaiser Franz Joseph 1857 initiiert) und der Anlage der Ringstraße wurde ab 1869 nach Plänen von G. Semper an der Errichtung eines großartigen "Kaiserforums" gearbeitet, das sich von der Hofburg bis zu den Hofstallungen erstrecken sollte. Erbaut wurden jedoch nur die beiden Hofmuseen (Kunsthistorisches Museum und Naturhistorisches Museum) und die "Neue Hofburg" am Heldenplatz nach den Plänen Sempers, von C. von Hasenauer bis 1913 vollendet. In der Neuen Hofburg befinden sich heute das Kongresszentrum Hofburg, weiters ehemalige Hofsammlungen sowohl des Kunsthistorischen Museums (Ephesos-Museum, Hofjagd- und Rüstkammer, Sammlung alter Musikinstrumente) wie auch der Nationalbibliothek (Porträtsammlung und Bildarchiv) sowie das Völkerkundemuseum.


Literatur: C. Benedik, Die Wiener Hofburg unter Kaiser Karl VI., Dissertation, Wien 1989; G. Schreiber, Die Hofburg und ihre Bewohner, 1993.


 
Hinweise zum Lexikon Abkürzungen im Lexikon
 
© Copyright Österreich-Lexikon

 

Suche nach hierher verweisenden Seiten
 
hilfe projekt aeiou des bm:bwk copyrights mail an die redaktion