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Zwentendorf an der Donau - Zykan, Otto Matthäus (18/19)
Zwölferhorn Zykan, Otto Matthäus

Zwölftontechnik


Zwölftontechnik (Dodekaphonie), revolutionäre Entwicklung der Kompositionsweise im 20. Jahrhundert durch österreichische Komponisten: 1) Bezeichnung für die um 1923 von A. Schönberg entwickelte bzw. angewandte Technik der "Komposition mit 12 nur aufeinander bezogenen Tönen"; 2) 1919 von J. M. Hauer erfundene Lehre von den "Tropen".

Basis der Kompositionsweise Schönbergs sind eine Zwölftonreihe sowie deren 3 durch "Spiegel", "Krebs" und "Spiegelkrebs" gebildete Unterformen und die daraus gebildeten Umformungen dieser 4 Grundreihen (daher insgesamt 4 x 12 Reihen). Der Komponist wählt aus diesem Material die Reihen aus, wobei die Anordnung beliebig ist; die Reihe als ordnungstiftendes Mittel darf selbst nicht verändert werden. Voraussetzung für die Zwölftontechnik ist eine gleichschwebend-temperierte Stimmung, das Prinzip der Atonalität bzw. der vollständigen Chromatisierung des Tonmaterials und die Emanzipation der Dissonanz, die der Konsonanz gleichgestellt wird. Waren bis Schönberg Kompositionsregeln entworfen worden, um einen handwerklich guten Satz zu schreiben, so besteht die Zwölftontechnik aus Verboten, die musikalischen Traditionalismus, einen musikalischen "Sinn" und die Rückkehr in die Banalität verhindern sollen. Schönbergs Schüler A. Berg und A. von Webern haben die Zwölftontechnik in verschiedener Weise weiterentwickelt. Nach 1945 wurde sie unter anderem durch E. Krenek in die serielle Musik übergeleitet.

Die Hauersche Zwölftontechnik basiert zum einen auf "Tropen" (Wendungen), die aus Kombinationen von jeweils 2 x 6 Tönen (engliegend notiert) gebildet werden. Innerhalb jeder Tropenhälfte sind Tonhöhe und Folge der Töne belanglos, so dass insgesamt 44 Tropen mit unterschiedlicher Struktur erstellt werden können. Die Tropen bestimmen die Gesamtheit des Tonsatzes, innerhalb dessen auf überraschende harmonische Wendungen und auf die Akzentuierung von Einzelstimmen verzichtet wird. Zum anderen basieren viele Zwölftonwerke (vor allem die Zwölftonspiele) auf Klangreihen (mit Klängen versehene Zwölftonreihen), aus denen sich das harmonische, melodische und rhythmische Geschehen wie nach bestimmten Spielregeln ableitet.


Literatur: J. Sengstschmid, Anatomie eines Zwölftonspiels, in: Zeitschrift für Musiktheorie, 2. Jahrgang (1971), Heft 1; A. Schönberg, Stil und Gedanke, 1976 (Aufsätze); C. Moellers, Reihentechnik und musikalische Gestalt bei A. Schönberg, 1977; J. Sengstschmid, Zwischen Trope und Zwölftonspiel, 1980; H. Simbriger, Die Klangführung in der Zwölftonmusik, 1991.


Verweise auf andere Alben:
Musikgeschichte: Arnold Schönberg: Die glückliche Hand,
Anton Webern: Symphonie op.21,
Joseph Matthias Hauer: Die schwarze Spinne,
Alban Berg: Adagio aus Symphonische Stücke der Oper Lulu,

 
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