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Wiener Kreis
Wiener Kreis (Wiener Schule), Gruppe neopositivistischer Philosophen um M. Schlick, F. Waismann, R. Carnap, O. Neurath, V. Kraft, K. Menger, K. Gödel, H. Hahn, E. Zilsel und anderen in Wien 1922-38, zeitweise in gewissem Nahverhältnis zu L. Wittgenstein. Der Wiener Kreis trat mit der 1929 erschienenen Programmschrift "Wissenschaftliche Weltauffassung. Der Wiener Kreis" (herausgegeben von Hahn, Neurath und Carnap) hervor. Das Ziel der Philosophie des Wiener Kreises war - im Anschluss an die Forschungen von E. Mach - die Vereinigung von Empirismus und moderner Logik zu einer Einheitswissenschaft, wobei die Metaphysik abgelehnt wurde. Grundlegend war das Bemühen, alle wissenschaftlichen Aussagen in eine umfassende formale Sprache (zum Beispiel in die der Mathematik oder der Physik) zu übersetzen, um die Objekte der Philosophie (die Sätze, Begriffe und Theorien der Wissenschaft) darzustellen. Der Wiener Kreis erreichte bald internationale Geltung, bis seine Arbeit in Wien durch Austrofaschismus und Nationalsozialismus unterbrochen wurde. Die namhaften Vertreter des Wiener Kreises emigrierten in die angelsächsischen Länder, wo ihr Einfluss zusätzliche Verbreitung fand und auch nach 1945 die Entwicklung der Wissenschaftstheorie maßgeblich beeinflusste. Als publizistische Organe des Wiener Kreises dienten die Zeitschrift "Erkenntnis" (ab 1937 "Journal of Unified Science") sowie die Schriftenreihen "Schriften zur wissenschaftlichen Weltauffassung" und "Einheitswissenschaft"; im Exil wurde die "International Encyclopedia of Unified Science" herausgegeben. Seit 1991 besteht in Wien ein Institut "Wiener Kreis", das sich der Dokumentation, Erforschung und Weiterentwicklung der Philosophie des Wiener Kreises widmet.
Literatur: V. Kraft, Der Wiener Kreis, 1950; E. Federn, Aus dem Kreis um S. Freud, 1992; R. Haller, Neopositivismus, 1993; F. Stadler, Der Wiener Kreis im Kontext, 1995; M. Geier, Der Wiener Kreis, 21995.
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