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Seefestspiele Mörbisch - Segelsport (23/25)
Seewiesen Segelflugsport

Seewinkel


Seewinkel, Burgenland, Flachlandschaft südlich von Podersdorf und östlich des Neusiedler Sees. Bildet den südlichen Teil des Bezirks Neusiedl am See, grenzt im Osten und Süden an Ungarn und geht im Süden in den Waasen (Hanság) über. - Prähistorische Funde, Grabstelle aus der Urnenfelderkultur bei Illmitz; zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert Schauplatz vieler kriegerischer Auseinandersetzungen (Ungarn, Türken, Kuruzzen), die jeweils ein verwüstetes Land hinterließen. Mit seinen Sümpfen und etwa 40 Lacken (die Lackenzahl hat sich in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts etwa halbiert) die westlichste Salzsteppe Europas. Der Seewinkel ist die tiefstliegende Landschaft (durchschnittliche Meereshöhe 117 m) und eines der niederschlagsärmsten Gebiete (Jahresmittel unter 600 mm) Österreichs. Er liegt im pannonischen Klimagebiet und besitzt ein vielfältiges, in Österreich einmaliges Pflanzen- und Tierleben. Charakteristisch sind die Salzflora und die zahlreichen Vogelarten (über 250): unter anderem Silberreiher, Löffler, Weißstorch, Rohrweihe, Seeadler, Großtrappe, verschiedene seltene Wat- und Schilfsingvögel, Graugans; außerdem kommen Salzinsekten und Salzkrebse vor. Zu den bedeutenden Kerngebieten des Seewinkels aus der Sicht des Naturschutzes gehören der Südteil des Neusiedler Sees mit dem wechselfeuchten Seevorgelände und dem Schilfgürtel, die Lacken und die verschiedenen Wiesentypen (vor allem Hutweiden); weiters das Gebiet, das vom Illmitzer Zicksee (Zicklacke) und dem Oberen und Unteren Stinkersee ausgeht und zwischen dem hier schmalen Schilfgürtel sowie dem intensiv landwirtschaftlich genützten Teil des Seewinkels liegt. Der Illmitzer Zicksee (Zicklacke) gilt als Vogelparadies. Das gesamte Landschaftsschutzgebiet rund um den Neusiedler See ist Österreichs größtes Ramsar-Gebiet (und war das erste, mit dem Österreich der Ramsarkonvention beigetreten ist). 1993 wurden der Seewinkel und die Naturschutzgebiete des Neusiedler Sees (samt dem ungarischen Teil) zum grenzüberschreitenden "Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel" erklärt. Die meisten Lacken verwandeln sich im Sommer in Salzsümpfe oder wüstenähnliche Flächen mit einer Salzkruste. Die Grassteppen des Seewinkels ermöglichten früher eine ausgedehnte Viehzucht - vor allem Rinder- und Pferdezucht -, heute werden die früheren Lackenbereiche und Hutweidenflächen vor allem landwirtschaftlich und touristisch genützt, wobei sowohl Landwirtschaft als auch Fremdenverkehr kleinbetrieblich strukturiert sind (vorwiegend gewachsener Nächtigungstourismus in Verbindung mit kleinflächigen Landwirtschaftsbetrieben). Früher waren im Seewinkel Ziehbrunnen, schilfrohrgedeckte Häuser, barockisierende Volutengiebel, Rohrscheunen und Tschardaken (zum Speichern und Trocknen der Maiskolben) typisch. Orte: Frauenkirchen, Andau, Tadten, Wallern im Burgenland, Pamhagen, Apetlon, Illmitz.


Verweise auf andere Alben:
Briefmarken-Album: 25 Jahre WWF Österreich

 
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