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Schneider, Anton - Schober, Albin (20/25)
Schnitzkunst Schnitzler, Heinrich Henry

Schnitzler, Arthur


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Arthur Schnitzler. Foto, 1908.



Schnitzler, Arthur, * 15. 5. 1862 Wien,  21. 10. 1931 ebenda, Epiker und Dramatiker; Sohn von Johann Schnitzler, Vater von Heinrich Schnitzler, Großvater von Michael Schnitzler. Stammte aus großbürgerlichem jüdischen Elternhaus, studierte Medizin und interessierte sich schon früh für Psychologie (1886 Sekundararzt beim Psychiater T. Meynert). Ab 1890 gehörte Schnitzler dem Literatenzirkel um H. Bahr (Jung-Wien) an. 1895 wurde er mit der Burgtheateraufführung von "Liebelei" einem breiten Publikum bekannt. Der ab 1888 entstandene Einakterzyklus um die dekadente Gestalt des Anatol prägten das Schnitzler-Bild sehr stark. Die beiden großen Dramen "Der einsame Weg" (Uraufführung 1904) und "Das weite Land" (1911) orientierten sich am Gesellschaftsdrama Ibsens mit seiner Analyse menschlicher Motive.

Aufgrund seiner kompromisslosen Darstellung war Schnitzler immer wieder heftigen Angriffen ausgesetzt. Die Erzählung "Leutnant Gustl" (1900), bahnbrechend durch die Verwendung des inneren Monologs, zog für Schnitzler den Verlust des Offiziersrangs nach sich. Das Drama "Professor Bernhardi" (entstanden 1912) konnte aus Zensurgründen bis 1918 nicht aufgeführt werden. Mit "Der grüne Kakadu" (1899) brachte Schnitzler die Hofkreise gegen sich auf, und sein "Reigen", 1900 "als unverkäufliches Manuskript" auf eigene Kosten in 200 Exemplaren gedruckt, evozierte im Jahr nach der Uraufführung 1920 einen Skandal; daraufhin verbot Schnitzler weitere Aufführungen.

Im 1. Weltkrieg stimmte Schnitzler niemals in die Kriegsbegeisterung ein. In der 1. Republik galt er zu Unrecht als "Dichter einer versunkenen Welt" und Schilderer des "süßen Mädels". Der Selbstmord seiner Tochter Lili (1928) erschütterte ihn tief.


Ausgaben: Gesammelte Werke in Einzelbänden, 6 Bände, 1981; Briefe 1875-1931, herausgegeben von P. M. Braunwarth und anderen, 2 Bände, 1981/84; Tagebücher 1879-1931, herausgegeben von der Kommission für literarische Gebrauchsformen, 10 Bände, 1987-2000; Das erzählerische Werk, 12 Bände, 1992-95.

Literatur: C. Schorske: Schnitzler und Hofmannsthal, 1962; W. H. Rey, A. Schnitzler, 1968; R. Urbach, A. Schnitzler, 1968; H. Scheible, A. Schnitzler und die Aufklärung, 1977; R. Wagner, Frauen um A. Schnitzler, 1980; M. L. Perlmann, A. Schnitzler, 1987; H. Tarnowski-Seidel, A. Schnitzler, Flucht in die Finsternis, 1991; I. Lindgren, A. Schnitzler im Lichte seiner Briefe und Tagebücher, 1993; U. Weinzierl, A. Schnitzler, 1994; K. Fliedl, A. Schnitzler. Poetik der Erinnerung, 1997; R. Rothe, A. Schnitzler und A. Sandrock, 1997; H. Scheible, A. Schnitzler mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, 122000; Österreichisches Biographisches Lexikon.


Verweise auf andere Alben:
Briefmarken-Album: 125. Geburtstag von Arthur Schnitzler

 
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