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Prater


Prater (von lateinisch: pratum = Wiese), Vergnügungsgelände und ausgedehnter Naturpark (verlor durch die Donauregulierung weitgehend seinen Aucharakter) im 2. Wiener Bezirk (Leopoldstadt), zwischen Donau und Donaukanal; urkundlich 1403 erwähnt (Nennung von 1162 bezieht sich nicht auf den Prater). Der Prater war einst kaiserlicher Besitz (Jagdgebiet ab 1560, Tierpark, Hoffeste), 1766 gab ihn Kaiser Joseph II. für die Öffentlichkeit frei.

Nördlich der 1537 angelegten rund 5 km langen Hauptallee vom Praterstern zum Lusthaus (vor 1566 erbaut, Neubau 1781-83 von A. Canevale) liegt im West-Teil der so genannte "Wurstelprater" (amtlich seit 1786 Volksprater), eine bereits um 1800 vielbesuchte Belustigungsstätte (Name nach der Figur des Hanswurst) mit zahlreichen Vergnügungsstätten, wie Schau- und Schießbuden, Spielautomaten, Ringelspielen, Geister- und Hochschaubahnen, dem Riesenrad und der Liliputbahn (zum Stadion), sowie vielen Gasthäusern. Berühmt war einst das Prater-Varieté, eine vom Gastwirt und Liederkomponisten Ferdinand Leicht und seinem Bruder Wilhelm Leicht geleitete Kleinbühne, wo sogar Burgschauspieler auftraten. Die Wurstelprateranlagen wurden 1945 durch den Krieg vollkommen zerstört und danach auf etwas kleinerer Fläche wiederaufgebaut. Auch das Planetarium mit Pratermuseum wurde wiedererrichtet, letzteres geht auf die Sammlung von H. Pemmer zurück.

An der Hauptallee, um 1900 Schauplatz der Wiener Blumenkorsos und seit 1963 für den Autoverkehr gesperrt, lagen das Vivarium und die in die Musikgeschichte eingegangenen "Prater-Etablissements"; Ziehrer-Denkmal (1960).

Den größten Teil des Praters bildet der auf weite Strecken naturbelassene "grüne Prater". Darin liegen das Messegelände (anstelle der Rotunde), die Trabrennbahn (in der Krieau), der Golfplatz, das Ernst-Happel-Stadion, das Stadionbad und die Radrennbahn, weiters Sportplätze, Spiel- und Lagerwiesen (Jesuitenwiese und andere), das "Heustadlwasser" (alter Donau-Arm, jetzt Totwasser), der zur Weltausstellung 1873 aufgeschüttete "Constantinhügel", Kleingartenanlagen und der Versuchsreaktor des Atominstituts der österreichischen Hochschulen (seit 1962). Hinter dem Lusthaus liegen die Freudenau mit den Pferderennbahnen, der Winterhafen der Donau, die Wallfahrtskapelle Maria Grün (errichtet 1924) und die Waldandacht. Vom Donauufer ist der Prater durch einen schmalen Streifen von Lagerhäusern, Güterverkehrs- und Industrieanlagen getrennt.


Literatur: H. Pemmer und N. Lackner, Der Wiener Prater einst und jetzt, 1935; O. Wladika, Von J. Fürst zu J. Jarno. Geschichte des Wiener Praters, Dissertation, Wien 1961; H. Pemmer und N. Lackner, Der Prater, bearbeitet von G. Düriegl und L. Sackmauer, 1974; F. Czeike, Leopoldstadt, Wiener Bezirkskulturführer, 1980; K. Lohrmann und F. Opll, Regesten zur Frühgeschichte von Wien, 1991; F. Czeike, Historisches Lexikon Wien, 5 Bände, 1992-97; N. Rubey und P. Schoenwald, Venedig in Wien, 1996; M. La Speranza, Prater-Kaleidoskop, 1997.


Verweise auf andere Alben:
Briefmarken-Album: Prater/Lusthauswasser aus der Serie Naturschönheiten Österreichs

 
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