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Nowak, Hans Peter - Nymphenburg, Vertrag von (8/20)
Nüchtern, Hans Numismatik

Nüll, Eduard van der


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Eduard van der Nüll. Lithographie von J. Kriehuber, 1851.



Nüll, Eduard van der, getauft 9. 1. 1812 Wien,  4. 4. 1868 Wien (Selbstmord), Architekt, Hauptmeister der franzisko-josephinischen Epoche bzw. Ringstraßenzeit; wahrscheinlich unehelicher Sohn des späteren Feldzeugmeisters L. Freiherr von Welden. Studierte in Wien, unternahm mit seinem späteren lebenslangen Berufspartner A. Sicard von Sicardsburg 1839-43 eine ausgedehnte Studienreise durch Europa; ab 1843 Professor an der Wiener Akademie. Als Lehrer und als Baukünstler errangen van der Nüll und Sicardsburg die unbestritten führende Stellung unter den österreichischen Architekten der Spätromantik. Die Annahme, dass van der Nüll im gemeinsamen Atelier die Entwurfsaufgaben übernahm, während Sicardsburg den technisch-praktischen Teil besorgte, trifft so ausschließlich nicht zu, wenngleich das besondere ornamentale und dekorative Talent van der Nülls außer Frage steht. Bedingt durch die Zeitumstände konnten van der Nüll und Sicardsburg verhältnismäßig wenig bauen, entwickelten aber wiederholt monumentale Projekte (Stadterweiterung, Universität). Sie vertraten eine international aufgeschlossene, freie, auch und gerade für das 20. Jahrhundert attraktive Auffassung des Gesamtkunstwerks ohne Bindung an Stilnormen und -begriffe, konnten sich zuletzt aber nicht gegen die von F. von Schmidt und T. von Hansen vertretene Spezialisierung durchsetzen. Der Auftrag für das Wiener Opernhaus (1861-69), der sie für frühere Zurücksetzungen entschädigen sollte, wurde zwar zum Hauptwerk von Weltgeltung, führte aber zu Anfeindungen und Schwierigkeiten, die van der Nüll letztlich vor der Vollendung des Baus in den Freitod trieben. Dennoch konnte sich seine Schule, an der Spitze C. von Hasenauer, in der folgenden Ära glänzend behaupten.


Weitere Werke: Wien: Carltheater, 1847 (1944-51 zerstört); Innengestaltung der Altlerchenfelder Kirche, 1849-61; Kommandogebäude und Eckkasernen des Arsenals, 1849-56; Robert-Hof, 1855; Palais Larisch-Moennich, 1868; Haas-Haus, 1868 (1945-51 zerstört); Sockel des Erzherzog-Karl- und des Prinz-Eugen-Denkmals; Villen, kunstgewerbliche Entwürfe (Einband des Gebetsbuchs der Kaiserin Elisabeth, O´Donnell-Schild).

Literatur: H.-C. Hoffmann, W. Kitlitschka und W. Krause, Das Wiener Opernhaus, 1972; Österreichisches Biographisches Lexikon.


Verweise auf andere Alben:
Video-Album: Wien, Arsenal: Romantischer Historismus. Theophil von Hansen, 1849-1856.

 
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