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Märzrevolution - Matrei in Osttirol (1/25)
Märzrevolution - Matrei in Osttirol Märzverfassung

Märzrevolution


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Märzrevolution: Am 13. März 1848 vor dem Landhaus. Kol. Kreidelithographie von J. Albrecht (Historisches Museum der Stadt Wien).



Märzrevolution, die erste Erhebung in der österreichischen Revolution 1848. Spontane Auflehnung gegen das drückende Metternichsche System des Vormärz in Wien. In den ersten Märztagen reichte der Niederösterreichische Gewerbeverein eine Bittschrift an die kaiserliche Regierung mit demokratischer Tendenz ein. Petitionen der Wiener Buchdrucker, des Juridisch-politischen Lesevereins, der Bürgerschaft und am 12. 3. 1848 der Studenten folgten. Sie forderten Teilnahme des Volks an der Regierung, Öffentlichkeit der Gerichtsverfahren, Geschwornengerichte, Selbstverwaltung der Gemeinden, Aufhebung des Untertanenverhältnisses der Bauern, Festlegung der bürgerlichen Grundrechte, Beseitigung der Zensur, Presse-, Lehr- und Lernfreiheit, Ausweisung der Jesuiten und Gleichstellung der Konfessionen. Da die Bittschriften nicht beantwortet wurden, beschlossen die Universitätsprofessoren und Studenten für den 13. März, anlässlich einer Sitzung der Ständevertretung, eine Demonstration. Die Studenten drangen in das Niederösterreichische Landhaus ein, der Arzt A. Fischhof hielt eine Ansprache und verhandelte mit den ständischen Vertretern. Zu den Studenten gesellten sich Arbeiter aus den Vorstädten. Am Nachmittag setzte der Kommandierende General von Wien, Erzherzog Albrecht, Militär gegen die Volksmenge ein, und es gab Todesopfer ("Märzgefallene"). Die Bürger bewaffneten sich und errichteten Barrikaden, in den Vorstädten wurden Fabriken angezündet und Maschinen zerstört. Der Kaiserhof brachte der Volksstimmung ein Opfer: Metternich musste zurücktreten und floh verkleidet ins Ausland. Am nächsten Tag stellte die Wiener Bürgerschaft eine Nationalgarde auf, die Studenten gründeten die Akademische Legion; Vertreter von beiden stellten ein "Zentralkomitee", das in der Folgezeit die revolutionäre demokratische Gewalt repräsentierte. Der Kaiser hob die Zensur auf, erließ ein freiheitliches Pressegesetz und versprach eine freiheitliche Verfassung; Polizeiminister J. Sedlnitzky und der Wiener Bürgermeister I. Czapka wurden entlassen, die Gefallenen des 13. März in allen Ehren bestattet (Trauerrede von Feldkaplan A. Füster; Denkmal auf dem Wiener Zentralfriedhof). Der Wiener Märzrevolution folgten Aufstände in Venedig (17. 3.) und Mailand (18. 3.) und der Sardinische Krieg, während die Märzrevolution im eigentlichen Österreich bis auf kleinere Aktionen in Graz isoliert blieb.


Literatur: A. Becher, Album der Märzereignisse in Wien, 1848; W. Häusler, Von der Massenarmut zur Arbeiterbewegung, 1979; G. Pfeisinger, Die Revolution von 1848 in Graz, 1986.


 
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