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Liebitzky, Emil - Liesingtal (4/25)
Liechtenstein, Niederösterreich Liechtenstein, Alfred Prinz

Liechtenstein, Fürstenfamilie


Liechtenstein, Fürstenfamilie von und zu, benannt nach der bis ins 13. Jahrhundert (und wieder seit 1807) im Besitz der Familie befindlichen Burg Liechtenstein bei Mödling (urkundlich 1140 Hugo von Liechtenstein), erwarb im 13. Jahrhundert Güter in der Steiermark (Linie Murau, aus der der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein stammte, 1619 ausgestorben) und ab 1249 Nikolsburg (Mikulov) in Mähren (reicher Besitz bis 1945). Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert waren Mitglieder der Familie Inhaber von Hofämtern (Johann I.,  1397, Hofmeister Herzog Albrechts III., 1394 des Hochverrats beschuldigt und sämtlicher Lehen enthoben). Zu Beginn des 16. Jahrhunderts teilte sich die Familie in 3 Linien, von denen nur die Feldsberger überdauerte. Der Aufstieg setzte mit den Brüdern Karl I. Fürst Liechtenstein, Maximilian (1578-1643) und Gundackar (1580-1658, von dem alle lebenden Mitglieder abstammen) ein. 1606 wurde ein Familienfideikommiss errichtet und in Mähren umfangreicher Besitz erworben. 1719 wurden die 1699 bzw. 1712 erworbenen Herrschaften Schellenberg und Vaduz unter Anton Florian Liechtenstein (1656-1721) zum Reichsfürstentum erhoben. Im 18. Jahrhundert war sein Neffe Joseph Wenzel Fürst Liechtenstein als Diplomat und Heerführer bedeutend, 1772 erhielt das Haus umfangreichen Grundbesitz im Raum Prag. Franz Joseph I. (1726-1781), sein Sohn Alois I. (1759-1805) und dessen Bruder Johann I. Joseph Fürst Liechtenstein waren wirtschaftlich und kulturell tätig. Johannes II. Fürst Liechtenstein unterstützte kunstgeschichtliche, archäologische und historische Forschungen sowie karitative Aktivitäten. Politisch betätigten sich Alfred Prinz Liechtenstein und dessen Bruder Aloys Prinz Liechtenstein. Mit dem Untergang der Monarchie änderte sich die Rolle der Familie grundlegend und konzentrierte sich auf die Regentschaft im Fürstentum Liechtenstein und die Verwaltung des Vermögens. Das angestammte verlorene Vermögen (in der Tschechoslowakei 1919 und 1945) wurde vor allem durch die 1921 gegründete Bank in Liechtenstein AG wieder ergänzt. In Österreich verfügt die Familie über Waldbesitz in der Steiermark (mit Pflanzenaufzucht bis Erzeugung von Massivholzplatten), einen der größten Landwirtschaftsbetriebe in Niederösterreich (Weingüter) und Hausbesitz in Wien.

Das Majoratshaus, Wien 1, Bankgasse 9 (Wiener Residenz des Fürsten), ein 4-flügeliges, 4-geschossiges Bauwerk um einen großen Innenhof, nach Plänen von D. Martinelli erbaut, wurde 1694 gekauft, 1836-47 wurden der Ballsaal und die Salons im 2. Stockwerk ausgebaut. Heute beherbergt es Büros und Wohnungen. Das Sommerpalais in der Roßau, Wien 9, Fürstengasse 1, wurde nach Plänen von D. E. Rossi 1691-94 begonnen und mit Abänderungen von D. Martinelli nach 1700 fortgeführt, die Nebengebäude wurden bis 1711 fertiggestellt; Festsaal mit Deckengemälde "Apotheose des Herkules" (1704-08) von A. Pozzo; 1979-2000 Museum moderner Kunst (Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien).

1938 trat Fürst Franz Josef II. (1906-1989) die Regierung an und nahm seinen Wohnsitz in Vaduz, sein Sohn Fürst Hans Adam II. (* 1945) setzt diese Tradition fort. Liechtenstein - Österreich


Literatur: J. von Falke, Geschichte des fürstlichen Hauses Liechtenstein, 3 Bände, 1984; E. Oberhammer, Der ganzen Welt ein Lob und Spiegel. Das Fürstenhaus Liechtenstein in der frühen Neuzeit, 1990; G. Schöpfer, Klar und fest - Geschichte des Hauses Liechtenstein, 21996; F. Smola, Die fürstlich Liechtenstein´sche Kunstsammlung, Dissertation, 2 Bände, Wien 1998; Neue Deutsche Biographie.


Verweise auf andere Alben:
Musikgeschichte: Darstellungen von Musikinstrumenten,
Ulrich von Liechtenstein: Süeze doene,

 
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