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Freilichtmuseen - Freudenleere, der (22/25)
Freud, Anna Freudenau

Freud, Sigmund


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Sigmund Freud. Foto, 1938.



Freud, Sigmund, * 6. 5. 1856 Freiberg (Příbor, Tschechische Republik),  23. 9. 1939 London (Großbritannien), Neurologe, Arzt, Begründer der Psychoanalyse, der Lehre vom Unbewussten; Vater von Anna Freud. 1876-82 am Wiener Physiologischen Institut E. W. von Brückes und bei T. Meynert tätig; 1885 Privatdozent für Neuropathologie; seine Versuche mit Kokain führten zur Entwicklung der Lokalanästhesie; studierte 1885/86 bei J. M. Charcot in Paris, 1889 bei Liébault und Bernheim in Nancy die Hypnosetechnik und die Probleme der Hysterie; 1902 außerordentlicher Professor, erhielt 1930 den Goethe-Preis und emigrierte 1938 nach London.

In Wien ging Freud zunächst vom "kathartisch-therapeutischen" Verfahren J. Breuers aus, ersetzte aber bald dessen hypnotisches Heilsystem durch seine eigene Behandlungstechnik der "freien Assoziation" (verdrängte unangenehme Erlebniserinnerungen werden ins Bewusstsein gebracht). Dabei ging er von seiner Grundidee aus, dass die Ursache vieler seelischer Krankheiten in Kindheitserlebnissen zu suchen sei.

Seine Psychoanalyse stellt die Grundlage der modernen Tiefenpsychologie und Psychotherapie dar und war Ausgangspunkt weiterer Lehren, so der Individualpsychologie A. Adlers, C. G. Jungs komplexer Psychologie und der Lehre W. Stekels. Hervorgegangen aus einer Lehre von den Trieben, wurde die Psychoanalyse durch Freud zu einer umfassenden Lehre von der Gesamtpersönlichkeit des Menschen entwickelt. Seine Gedanken und Arbeiten beeinflussten nicht nur die moderne Psychologie, vor allem die der angloamerikanischen Welt, sondern auch andere Gebiete des Kulturlebens, wie Ästhetik, Religionswissenschaft, Literatur und Ethnologie. Freud war auch ein bedeutender Schriftsteller.

1971 wurde in seiner Wohnung in Wien 9, Berggasse 19, ein Museum eingerichtet.


Werke: Studien zur Hysterie, 1895 (mit J. Breuer); Die Traumdeutung, 1900; Zur Psychopathologie des Alltagslebens, 1901; Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten, 1905; 3 Abhandlungen zur Sexualtheorie, 1905; Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, 1917; Jenseits des Lustprinzips, 1920; Das Ich und das Es, 1923; Die Zukunft einer Illusion, 1927; Das Unbehagen in der Kultur, 1930. - Hg. der Zeitschrift Imago, ab 1912; Jahrbuch der Psychoanalyse, ab 1913; Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1913; The International Journal of Psychoanalysis, 1919. - Ausgabe: Studienausgabe, herausgegeben von A. Mitscherlich und anderen, 12 Bände, 1969.

Literatur: E. Ludwig, Der entzauberte Freud, 1946; E. Jones, Leben und Werk von S. Freud, 3 Bände, 1960-62; P. Gay, Freud, 1989; H. Kätzel, S. Freud, ein biographischer Essay, 1992; P. Roazen, S. Freud und sein Kreis, 1997; H.-M. Lohmann, S. Freud, 1998; O. Hejlek, S. Freud für Einsteiger, 1999; P. Schneider, S. Freud, 1999; R. Speziale-Bagliacca, S. Freud. Begründer der Psychoanalyse, 2000.


 
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