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Nehr, Alexander - Neubau (21/25)
Nepo, Ernst eigentlich E. Nepomucky Nettig, Walter

Nestroy, Johann Nepomuk Eduard Ambrosius


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Johann Nestroy. Foto.



Nestroy, Johann (Nepomuk Eduard Ambrosius), * 7. 12. 1801 Wien,  25. 5. 1862 Graz (Steiermark), Schauspieler, Sänger, satirisch-humoristischer Dramatiker, Vollender des biedermeierlichen Alt-Wiener Volkstheaters. Zunächst Opernsänger, als Schauspieler nach mehreren Stationen ab 1832 am Theater an der Wien und Partnerschaft mit dem Komiker W. Scholz; zum ersten großen Erfolg wurde die Zauberposse "Der böse Geist Lumpacivagabundus" (1833). Im Gegensatz zu F. Raimunds gemütsbestimmter naiver Phantasie zeigt Nestroys Werk geistvolle Ironie und desillusionierende Skepsis. Als Meister der Sprachkunst hält er in Dialekt und Hochsprache den menschlichen Schwächen einen Spiegel vor. Mit seinem Werk, das Volksstücke, Lokal- und Zauberpossen, Parodien sowie realistisch-satirische Zeit- und Sittenstücke umfasst, wurde er zum beherrschenden Autor der Wiener Vorstadttheater. Als Vorlage dienten ihm meist französische Vaudevilles, englische und deutsche Komödien der Zeit; die für seine Stücke wichtige Musik wurde meist von Adolf Müller senior komponiert. Sein dialektischer Witz, der schon die Zeitgenossen begeisterte, liebte aphoristische Sentenzen und Wortspiele. Den Höhepunkt von Nestroys Schaffen bildeten die Jahre 1838-44, in denen so populäre Stücke entstanden wie "Der Talisman" (1840), "Das Mädl aus der Vorstadt" (1841) und "Einen Jux will er sich machen" (1842). In der "Posse mit Gesang" fand er zu einer spezifischen neuen Form. Dass die Qualität der Werke Nestroys weit über die Anforderungen eines auf den Tagesbedarf ausgerichteten Unterhaltungstheaters hinausgeht, erkannte K. Kraus, der die Nestroy-Renaissance im 20. Jahrhundert einleitete. Seit 2000 werden von der Stadt Wien unter dem Namen "Nestroy" Theaterpreise vergeben (davor J.-Kainz-Medaillen).



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Johann Nestroy als Sansquartier. Aquarell, 1842 (Historisches Museum der Stadt Wien).


Weitere Werke (zirka 80 erhaltene Stücke): Die Familien Zwirn, Knieriem und Leim, 1834; Zu ebener Erde und erster Stock, 1835; Die beiden Nachtwandler, 1836; Das Haus der Temperamente, 1837; Glück, Mißbrauch und Rückkehr, 1838; Die verhängnisvolle Faschingsnacht, 1839; Liebesgeschichten und Heiratssachen, 1843; Der Zerrissene, 1844; Unverhofft, 1845; Der Unbedeutende, 1846; Der Schützling, 1847; Die schlimmen Buben in der Schule, 1847; Freiheit in Krähwinkel, 1848; Höllenangst, 1849; Judith und Holofernes, 1849; Mein Freund, 1851; Kampl, 1852; "Nur keck!", 1855; Tannhäuser, 1857; Lohengrin, 1859. - Ausgaben: Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, herausgegeben von J. Hein, J. Hüttner, W. Obermaier und W. E. Yates, 1977ff.; Briefe, herausgegeben von W. Obermaier, 1977.

Literatur: F. H. Mautner, Nestroy 1974; H. Ahrens, Bis zum Lorbeer versteig´ ich mich nicht. J. Nestroy - sein Leben, 1982; J. Hein, J. Nestroy, 1990; J. Hein, Das Wiener Volkstheater. Raimund und Nestroy, 21991; derselbe, Theaterg´schichten. Ein Führer durch Nestroys Stücke, 2001.


Verweise auf andere Alben:
Musikgeschichte: Adolf Müller: Wann uns einer g´fallt aus Der Talisman

 
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