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Krapfen - Krebsforschung (15/25)
Kraus, Josef Kraus, Wolfgang

Kraus, Karl


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Karl Kraus. Foto von d'Ora, 1908.



Kraus, Karl, * 28. 4. 1874 Gitschin (Jičín, Tschechische Republik),  12. 6. 1936 Wien, Essayist, Lyriker, Dramatiker, Aphoristiker. Sohn eines jüdischen Kaufmanns und Fabrikanten, studierte an der juristischen und philosophischen Fakultät der Universität Wien, versuchte sich dann als Schauspieler und Vortragskünstler. Kraus trat zunächst als scharfer Kritiker der Gruppe Jung-Wien ("Die demolirte Litteratur", 1897) hervor und gründete 1899 die Zeitschrift "Die Fackel", die ab 1911 ausschließlich mit seinen eigenen Texten erschien. Seine engagierte Kultur-, Ideologie- und Sprachkritik richtete sich vor allem gegen einen verlogenen, sensationsheischenden Journalismus, gegen bürgerliche Doppelmoral ("Sittlichkeit und Kriminalität", 1908) und skrupellose Kriegstreiberei, aber auch gegen jedwede ethisch und ästhetisch fragwürdige Literatur ("Literatur und Lüge", 1929). Hingegen trat er für J. Nestroy, J. Offenbach und W. Shakespeare ein (Übersetzung von Dramen und Sonetten). In persönlichem und geistigem Nahverhältnis stand Kraus zu P. Altenberg und A. Loos. In seinem epochalen satirischen Drama "Die letzten Tage der Menschheit" (1918/19) prangerte er durch die Verwendung wörtlicher Zitate bekannter Persönlichkeiten die Inhumanität des Kriegs an. Besonderen Eindruck machten auch seine berühmten Vorträge und Vorlesungen aus eigenen und fremden Werken. Als "Instanz Karl Kraus" wurde er zur anerkannten moralisch-künstlerischen Autorität seiner Zeit.


Weitere Werke: Essays: Die Chinesische Mauer, 1910; Nestroy und die Nachwelt, 1912; Weltgericht, 2 Bände, 1919; Untergang der Welt durch schwarze Magie, 1922; Dritte Walpurgisnacht, 1934. - Aphorismen: Sprüche und Widersprüche, 1909; Pro domo et mundo, 1912; Nachts, 1919. - Dramen: Wolkenkuckucksheim, 1923; Traumtheater, 1924. - Lyrik: Worte in Versen, 9 Bände, 1916-30. - Ausgaben: Werke, herausgegeben von H. Fischer, 14 Bände, 2 Supplementbände, 1954 bzw. 1970; Die Fackel, 39 Bände, 1 Supplementband, 1968-77 (Nachdruck); Schriften, herausgegeben von C. Wagenknecht, 20 Bände, 1986-91.

Literatur: N. Wagner, Geist und Geschlecht, K. Kraus und die Erotik der Wiener Moderne, 1982; S. P. Scheichl und E. Timms, K. Kraus in neuer Sicht, 1986; K. Krolop, Sprachsatire als Zeitsatire bei K. Kraus, 1987; P. Schick, K. Kraus, 111999; W. Welzig (Hg.), Wörterbuch der Redensarten zu der von K. Kraus 1899 bis 1936 herausgegeben Zeitschrift Die Fackel, 1999; Neue Deutsche Biographie.


 
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