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Maria Rojach - Marine (25/25)
Mariendichtung Maria Rojach - Marine

Marine


Marine: Der Aufbau einer österreichischen Handelsflotte, durch den Merkantilismus begünstigt, begann mit den Handelskompagnien. Triest und Fiume wurden unter Karl VI. 1719 Freihäfen. Im Vormärz operierte eine leistungsfähige Marine von Triest, Fiume und Venedig aus. Neben der 1829 gegründeten Ersten Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft betrieb auch der 1836 geschaffene Österreichische Lloyd die Schifffahrt in die Levante, in den Fernen Osten, nach Afrika, nach Nord- und Südamerika. 1850 wurde eine eigene Zentralseebehörde für die Handelsschifffahrt in Wien eingerichtet, ab dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 wurde die rotweißrote Flagge der Handelsmarine durch ein zur Hälfte grünes Feld (anstelle des unteren roten Felds) abgewandelt. In der 2. Republik wurde wieder eine österreichische Marine ins Leben gerufen. - Eine ständige österreichische Kriegsmarine bestand ab 1719 zum Schutz der Handelsschiffe gegen Mittelmeer- und Adriapiraten, außerdem war die bewaffnete Donauflotte besonders in den Türkenkriegen erfolgreich. 1786 erwarb Joseph II. von Holland 2 bewaffnete Schiffe, gleichzeitig wurde die rotweißrote Fahne österreichische Seeflagge. 1798-1848 überwog das Venezianische (italienische Kommandosprache) in der österreichischen Marine. Nach ihrer Auflösung 1809 (Verlust der Küste an Napoleon) wurde die österreichische Marine durch A. de Coninck 1814 wieder aufgebaut, in Fiume (Rijeka) wurde die österreichische Marineakademie eingerichtet. 1853 wurde die italienische Kommandosprache durch die deutsche ersetzt. Ab 1857 erfolgte unter Erzherzog Ferdinand Maximilian die Reorganisation der österreichischen Marine, 1862-65 bestand ein eigenes Marineministerium (dann Marinesektion im Kriegsministerium). 1875 wurde die Charge Admiral eingeführt. Verdienste um die organisatorische und technische Erneuerung erwarben sich A. Bourguignon, R. Daublebsky von Sterneck und Admiral R. Graf Montecuccoli. Nach dem Verlust von Venedig wurde Pola (Pula, Kroatien) österreichischer Hauptkriegshafen, dem Cattaro (Kotor) und Sebenico (Šibenik) folgten. Zu Beginn des 1. Weltkriegs besaß die österreichische Marine eine Tonnage von rundMillion Bruttoregistertonnen.

Die österreichische Kriegsmarine war mehrfach erfolgreich: 1821-30 schützte sie die österreichischen Interessen im griechischen Freiheitskampf, 1829 agierte sie gegen Marokko, 1839/40 in Syrien; 1848/49 wurde sie zur Blockade des aufständischen Venedig eingesetzt, 1859 gegen französische Kriegsschiffe; 1864 war sie im deutsch-dänischen Krieg in der Seeschlacht bei Helgoland und 1866 bei Lissa unter W. Tegetthoff erfolgreich. Auch beim Boxeraufstand in China kam sie 1900-02 zum Einsatz; 1896-97 war sie an der internationalen Flottendemonstration vor Kreta beteiligt, 1905 bei der Flottendemonstration gegen die Türkei.

Im 1. Weltkrieg verhinderte die k. u. k. Kriegsmarine unter Admiral A. Haus das Eindringen der Gegner in die Adria; ein alliiertes Landungsunternehmen in Mitteldalmatien schlug daher fehl. Namhafte U-Boot-Kommandanten waren G. Trapp, R. Singule, H. Rigele (alle drei Theresienritter) und Z. Hudecek. Die erfolgreichsten Seeflieger waren G. Banfield (Theresienritter) und D. Konjovics. Auflösungserscheinungen der österreichisch-ungarischen Monarchie führten zum Matrosenaufstand von Cattaro (Kotor). Am 31. 10. 1918 schenkte Kaiser Karl die Flotte dem international noch nicht anerkannten Jugoslawien, der Waffenstillstand von Villa Giusti schrieb die Übergabe an die Alliierten vor. Die Versenkung des ehemaligen k. u. k. und nunmehrigen jugoslawischen Flaggschiffs "Viribus Unitis" durch 2 italienische Kampfschwimmer mit Zeitzündermine im Hafen von Pola am 1. 11. 1918 war die Folge. Besondere Verdienste erwarb sich die österreichisch-ungarische Marine auch um Forschung und Wissenschaft.


Literatur: W. Aichelburg, Die Unterseeboote Österreich-Ungarns, 1981; H. F. Mayer und D. Winkler, Als Österreich die Welt entdeckte, 1991; P. Schupita, Die k. u. k. Seeflieger, 1983; A. E. Sokol, Seemacht Österreich, 1972; H. H. Sokol, Österreich-Ungarns Seekrieg 1914-18, 1973; L. Sondhaus, The Naval Policy of Austria-Hungary 1867-1918, 1994.


 
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