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Loacker, Norbert - Logothetis, Anestis (2/25)
Loacker, Norbert Lobe, Mira geborene Rosenthal

Lobau


Lobau, 2160 ha großes Augebiet im 22. Wiener Gemeindebezirk (davon 1261 ha Wald); erst seit 1875 nach Abschluss der Donauregulierung ausschließlich entlang des nördlichen Ufers der Donau. Der Name kommt vom althochdeutschen Wort "Lo" (= dichter Wald). Ursprünglich war die Lobau ein von den Donauarmen begrenztes Augebiet. Heute kommen in der teilweise noch urtümlichen Aulandschaft seltene Tierarten (Reiher, Kormoran, Otter, Auhirsch, Kiebitz, Milan und andere) vor. - Zu Beginn des 11. Jahrhunderts war sie im Besitz des bayerischen Klosters Weihenstephan, bald darauf ging sie an das Bistum Freising über, mit dessen Bischöfen Kaiser Maximilian I. und seine Nachfolger einen jahrhundertelangen Rechtsstreit führten, da sie die Wälder als Jagdgebiet beanspruchten. 1745 schenkte Maria Theresia die Lobau "den Armen Wiens". Die Lobau war Kampfgebiet der Schlacht bei Aspern am 21./22. 5. 1809 (Denkstein an Napoleons Hauptquartier, Napoleons Schanze, Napoleons Pulvermagazin, Franzosenfriedhof). 1905 wurde die Lobau als wichtiges Stück des "Wald- und Wiesengürtels" zum Schutzgebiet erklärt. Seit 1918 ist die Obere Lobau im Besitz der Gemeinde Wien, die Untere Lobau gehört der Republik Österreich. 1938 wurde ein Teil der Naturlandschaft durch den Bau von Öltanks, einer Erdölraffinerie, eines Ölhafens und den Beginn des geplanten Donau-Oder-Kanals zerstört.

Vom Marchfeld ist die Lobau durch den Groß-Enzersdorfer Arm, ein Totwasser der Donau, getrennt, gegen den Strom zu schneidet der Hubertusdamm einen Austreifen ab, der das ehemalige Inundationsgebiet verlängert. 1977 wurde die Lobau von der UNESCO zur "Biosphären-Reserve" und 1978 von der Wiener Landesregierung zum Naturschutzgebiet erklärt (seit 1996 Teil des Nationalparks Donau-Auen). - In der Kernzone des Naturschutzgebiets, der Unteren Lobau, steht ein Grundwasserwerk der Gemeinde Wien. In der Oberen Lobau finden sich unter anderem Wildbadeplätze (FKK) und Lagerwiesen. Ein Teil der insgesamt 20 km langen und durchschnittlich 200 m breiten Neuen Donau wurde entlang des Erholungsgebiets der Lobau angelegt.


Literatur: E. Müllbauer, Donaustadt, 1985 (= Wiener Bezirkskulturführer); F. Keller (Hg.), Lobau - Die Nackerten von Wien, 1985.


 
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