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Wickenburg, Alfred - Wienerberger Baustoffindustrie AG (20/25)
Wiener, Otto Wiener Allianz Versicherungs-AG

Wiener Aktionismus


Wiener Aktionismus, eigenständige österreichische Ausprägung der internationalen Happening- und Fluxusbewegung zwischen 1960 und 1970, die in engem Kontakt mit der literarischen Avantgarde (Wiener Gruppe) stand. Die Künstler etablierten ab 1958 bewußt provozierende Aufführungsformen mit der Absicht, einen Gesellschaftswandel herbeizuführen. G. Brus, H. Nitsch, O. Muehl und A. Frohner hielten ab 1962 zunächst im Atelier, ab 1965 in öffentlichen Räumen unter der Selbstbezeichnung "Wiener Aktionsgruppe" zwischen bildender Kunst, Theater, politischer Demonstration und religiösem Ritual stehende Aktionen ab. Dabei wurden der eigene Körper als künstlerisches Ausdrucksfeld (von der Bemalung bis zur Selbstverletzung) und äußerste Realästhetik etwa in Farbe (Blut) oder Material (zweckentfremdete Gegenstände des täglichen Bedarfs, Tierkadaver und anderes) in den Mittelpunkt gerückt und somit der traditionelle Kunstbegriff aufgelöst. Sie beeinflussten damit maßgeblich die Entwicklung des österreichischen Zweigs der Konzeptkunst (zum Beispiel V. Export, P. Weibel). Die Aktionen wurden meist in Fotos oder Filmen festgehalten, dadurch erhielt die Fotodokumentation besonders für die Arbeiten von R. Schwarzkogler zentrale Bedeutung. Die Aktion "Kunst und Revolution" an der Wiener Universität 1968 führte zur Verhaftung und Verurteilung einiger Teilnehmer wegen Herabwürdigung von Staatssymbolen und in weiterer Folge zum Ende der Bewegung in Österreich.


Literatur: D. Schwarz, Aktionsmalerei - Aktionismus, 1988; Von der Aktionsmalerei zum Aktionismus. Wien 1960-65, herausgegeben vom Museum Fridericianum Kassel, 1988; H. Klocker (Hg.), Wiener Aktionismus, 1989; Aktionismus. Aktionsmalerei 1960-71, Ausstellungskatalog, Wien 1989; F. Schmatz, Sinn & Sinne. Wiener Gruppe, Wiener Aktionismus und andere Wegbereiter, 1992.


 
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