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Kasperl
Kasperl, komische Bühnenfigur, die der Wiener Komiker J. J. La Roche um 1770 in Anlehnung an den barocken Hanswurst kreierte und die als Identifikationsfigur und Sprachrohr des Publikums diente. Das Leopoldstädter Theater, in dem La Roche ab 1781 auftrat, wurde danach auch "Kasperltheater" genannt, die 34-Kreuzer-Münze für das Eintrittsgeld in dieses Theater wurde als "Kasperl" bezeichnet. Im 19. Jahrhundert wurde das Kasperltheater zur volkstümlichen Form der Puppenspiele mit der derb-witzigen, stets die Oberhand behaltenden Kasperlpuppe im Zentrum. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Kasperltheater in Schulen und Kindergärten auch zu pädagogischen Zwecken eingesetzt.
Literatur: G. Gugitz, Der weiland Kasperl (Johann La Roche), 1920; M. Schedler, Der Kasperl, das Kasperle, die Kasperei, in: derselbe, Schlachtet die blauen Elefanten, 1973; J. Hein, Das Wiener Volkstheater, 1978.
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