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Johnsbach - Josephinisches Strafgesetz (19/25)
Joseph I. Joseph August, Erzherzog von Österreich

Joseph II.


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Joseph II. in Dragoneruniform. Gemälde von J. Hickel (Kunsthistorisches Museum, Wien).



Joseph II., * 13. 3. 1741 Wien,  20. 2. 1790 ebenda, ältester Sohn von Kaiser Franz I. und Maria Theresia, 1764 römischer König, 1765 Kaiser, 1765-80 Mitregent seiner Mutter, zu der er oft in Gegensatz stand (maria-theresianische Epoche). Er setzte bei der 1. Teilung Polens 1772 die Erwerbung Galiziens durch, betrieb 1774/75 die Besetzung und Erwerbung der Bukowina und trug wesentlich zum Bayerischen Erbfolgekrieg bei (Erwerbung des Innviertels 1778/79). Durch weite Reisen lernte er die Monarchie und andere Staaten (Frankreich, Belgien, Holland, Schweiz, Süddeutschland, Italien, Russland) kennen. Ab 1780 Alleinherrscher, vollendete er ein großes Reformprogramm, das im Zeichen des aufgeklärten Absolutismus (Josephinismus) stand und unter anderem folgende Veränderungen enthielt: Aufhebung der Leibeigenschaft, so weit sie noch bestand (vor allem in den böhmischen Ländern und Ungarn), rechtliche Besserstellung der Bauern und der Soldaten, Steuerregulierung und Ausdehnung der Besteuerung auf Adel und Geistlichkeit, Toleranzpatent für Protestanten, Griechisch-Orthodoxe und Juden, Eingriffe in katholische Einrichtungen (Aufhebung von 400 Klöstern, deren Güter im Religionsfonds zusammengefasst wurden, Vorschreibung von Kommendataräbten), Gründung von Bistümern in Linz, St. Pölten und Leoben-Göß sowie vieler Pfarren, Vergrößerung des Erzbistums Wien, Verstaatlichung der Priesterausbildung, Verbot länger dauernder Wallfahrten, Gottesdienst- und Begräbnisreform (Verlegung der Friedhöfe aus den Wohngebieten) sowie soziale Maßnahmen (Findelversorgung, Taubstummenunterricht, Armeninstitute, Allgemeine Krankenhäuser in Wien und Graz). Joseph II. lehnte die Stände ab und wollte die Monarchie zu einem absolut regierten Einheitsstaat mit Einbeziehung Ungarns bei deutscher Amtssprache formen. Dazu baute er einen Beamtenstab auf, der Privilegien (Unkündbarkeit, Pensionen) erhielt. Auch Mailand und die Österreichischen Niederlande sollten angeglichen werden. Joseph II. förderte aber auch die regionalen Sprachen und Kulturen. Da die Reformen zu rasch und unvorbereitet erfolgten, scheiterte er damit in Ungarn und Belgien. Außenpolitisch band er sich an Russland und wurde dadurch 1788 in einen Türkenkrieg verstrickt.


Literatur: D. Beales, Joseph II. In the shadow of Maria Theresia 1741-80, 1987; K. Gutkas, Joseph II., eine Biographie, 1989; H. Magenschab, Joseph II. Revolutionär von Gottes Gnaden, 41989; Neue Deutsche Biographie.


Verweise auf andere Alben:
Foto-Album: Wien - Kunsthistorisches Museum mit Denkmal Kaiserin Maria Theresia

 
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