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Drawe, Hermann - Dreißigjähriger Krieg (25/25)
Dreispitz Drawe, Hermann - Dreißigjähriger Krieg

Dreißigjähriger Krieg


Dreißigjähriger Krieg, 1618-1648, ein Religions-, Stände- und Staatenkonflikt, der in Deutschland und Böhmen ausgetragen wurde. Österreichs Gebiete waren 1618-20, 1645/46 und 1647 betroffen. Der Gegensatz zwischen protestantischer Union und katholischer Liga seit 1608/09 war eine der Ursachen, der Aufstand der böhmischen Stände gegen die Habsburger der Anlass. Man unterscheidet 4 Perioden:

a) Böhmischer Krieg 1618-20: Am 23. 5. 1618 warfen protestantische Ständemitglieder Böhmens zwei königliche Statthalter und einen Schreiber aus den Fenstern der Prager Burg und begannen im Herbst einen Feldzug gegen Österreich, den sie im nächsten Jahr wiederholten. Nach dem Tod von Kaiser Matthias am 20. 3. 1619 war Erzherzog Ferdinand von Steiermark, seit 1617 auch König von Böhmen, dessen Nachfolger. Ein Teil der evangelischen Stände von Oberösterreich und Niederösterreich schlossen sich den böhmischen Ständen an, obwohl diese Ferdinand II. absetzten und im August 1619 Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz zum neuen König wählten. Mit Hilfe der katholischen Liga siegten Ferdinands Truppen am 8. 11. 1620 am Weißen Berg vor Prag, damit wurde der Aufstand niedergeworfen. Auch die aus Siebenbürgen vorgedrungenen Truppen Bethlen Gábors konnten abgewehrt werden. Die Folge waren drastische Strafen, eine großangelegte Enteignung in Böhmen, Mähren und teilweise auch in Österreich, die Vergabe großer Besitzungen an kaisertreue Hochadelige, die Fortsetzung der Gegenreformation sowie die Einführung des Absolutismus.

b) Niedersächsisch-dänischer Krieg 1625-29: Nachdem das Heer der Liga unter J. T. Graf Tilly die Pfalz verheert hatte und deren Kurwürde 1623 an Bayern übertragen worden war, drang dieses und ein in kaiserlichen Diensten stehendes Söldnerheer unter A. von Wallenstein nach Norddeutschland vor, worauf der Dänenkönig Christian IV. in den Krieg eingriff. Nach Niederlagen musste sich Dänemark im Frieden von Lübeck am 12. 5. 1629 zur Neutralität gegenüber den Vorgängen im Reich verpflichten. Nach dem Restitutionsedikt vom 6. 3. 1629 sollten die Protestanten alle seit 1552 angeeigneten geistlichen Güter zurückgeben. Die Kurfürsten erzwangen 1630 die Entlassung Wallensteins durch Ferdinand II.

c) Schwedischer Krieg 1630-35: Um die kaiserliche Macht an der Ostsee zu brechen, landete König Gustav II. Adolf von Schweden 1630 in Norddeutschland, drang 1632 bis Augsburg und München vor und bedrohte die habsburgischen Länder. Nun erhielt Wallenstein neuerlich das Kommando über ein kaiserliches Heer. Er drängte die Schweden zurück, in der Schlacht bei Lützen fiel Gustav Adolf am 16. 11. 1632, doch wurde Wallenstein nach Verhandlungen mit den Feinden über Befehl des Kaisers am 25. 2. 1634 in Eger (Cheb, Tschechische Republik) ermordet. Nach dem Sieg der Kaiserlichen und Spanier bei Nördlingen am 6. 9. 1634 wurde am 30. 5. 1635 in Prag Frieden geschlossen, der Kaiser verzichtete dabei auf das Restitutionsedikt.

d) Schwedisch-französischer Krieg 1635-48: In dieser Phase stand die Staatsräson über den konfessionellen Belangen, doch konnte keine Seite die Oberhand gewinnen. In den Jahren 1645/46 drangen die Schweden in das nördliche Niederösterreich bis in die Nähe von Wien vor, auch ein Teil von Vorarlberg wurde 1647 besetzt. Der Krieg endete in Böhmen, wo er begonnen hatte. Am 24. 10. 1648 schloss Ferdinand III. zu Münster mit Frankreich und in Osnabrück mit Schweden den Westfälischen Frieden.

Für die habsburgischen Länder südlich der Donau brachte der Krieg keine Verluste, sondern sogar wirtschaftliche Gewinne. Die Habsburger konzentrierten sich in der Folge auf die Entwicklung ihrer Länder, brachten die Gegenreformation zum Abschluss und legten die Grundlage für den Aufschwung des Barockzeitalters.


Literatur: G. Schormann, Der Dreißigjährige Krieg, 1985; K. Gutkas, Niederösterreich im Dreißigjährigen Krieg, 1987.


 
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