TU-Graz

ACHTUNG:
Sie sind jetzt in der "alten" (nicht mehr gewarteten Version) des AEIOU.
Die gewartete Version findet sich unter:

Austria-Forum
www.austria-forum.org


Starten Sie eine Suche nach dieser Seite im neuen AEIOU
durch einen Klick hier

bm:bwk
Österreich Lexikon
Österreich Lexikon
home österreich-alben suchen annotieren english
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Cäcilianismus - Canon, Hans Pseudonym für Johann von Straširipka (17/25)
Canaval, Richard Canetti, Veza geborene Taubner-Calderon

Canetti, Elias


© Copyright

Elias Canetti. Foto, um 1965.



Canetti, Elias, * 25. 7. 1905 Rustschuk (Ruse, Bulgarien),  14. 8. 1994 Zürich (Schweiz), Erzähler, Dramatiker, Essayist, Aphoristiker, Nobelpreisträger für Literatur 1981; ab 1934 verheiratet mit Veza Canetti. Der Sohn eines jüdischen Kaufmanns sephardischer Herkunft kam 1913 nach Wien; weitere Stationen seiner Jugend waren Zürich und Frankfurt am Main; 1929 Dr. phil. nat. (Chemie). Literarisches Vorbild und sprachkritische Autorität wird K. Kraus. Im Herbst 1938 Emigration, ab 1939 lebte Canetti in London. 2. Hauptwohnsitz wurde Zürich.

Canettis Erstlingswerk, der Roman "Die Blendung" (1935), gestaltet in grotesker Überzeichnung den Zusammenprall von Geisteswelt und Instinkten der Masse. Die Dramen "Hochzeit" (1932), "Komödie der Eitelkeit" (1950) und "Die Befristeten" (1964) enthüllen anhand bizarrer Gedankenexperimente das Antlitz einer zutiefst korrumpierten Gesellschaft. Die theoretische Grundlage zu seinem Werk schuf Canetti mit dem Essay "Masse und Macht" (1960), der die fundamentale Bedeutung dieser Phänomene für die politische Realität aufzeigt. Sein autobiographisches Spätwerk ("Die gerettete Zunge", 1977; "Die Fackel im Ohr", 1980; "Das Augenspiel", 1985) kommentiert und interpretiert eine singuläre Lebens- und Werkgeschichte. Großer Österreichischer Staatspreis 1967, G.-Büchner-Preis und Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst 1972.


Weitere Werke: Essays, Aufzeichnungen, Aphorismen: Die Stimmen von Marrakesch, 1968; Der andere Prozeß, 1969; Die Provinz des Menschen, 1973; Der Ohrenzeuge, 1974; Das Gewissen der Worte, 1975; Das Geheimherz der Uhr, 1987; Unruhe der Gezeiten, 1989; Die Fliegenpein, 1992. - Ausgabe: Werke, 14 Bände, 1995.

Literatur: F. Aspetsberger und G. Stieg (Hg.), E. Canetti. Blendung als Lebensform, 1985; dieselben, E. Canetti, 1986; C. Geoffroy, E. Canetti, 1995; M. Krüger (Hg.), Einladung zur Verwandlung, 1995; D. Barnouw, E. Canetti zur Einführung, 1996.


 
Hinweise zum Lexikon Abkürzungen im Lexikon
 
© Copyright Österreich-Lexikon

 

Suche nach hierher verweisenden Seiten
 
hilfe projekt aeiou des bm:bwk copyrights mail an die redaktion