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Annalen


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Melker Annalen, 1123-1564 (Stiftsbibliothek Melk, NÖ.).



Annalen (Jahrbücher), chronologische Darstellung zeitgenössischer Ereignisse (im Unterschied zu Chroniken, die in zusammenhängender Darstellung abgefasst sind). Die ältesten Annalen Österreichs wurden in Salzburg (8.-10. Jahrhundert) geführt und sind nur teilweise überliefert. Die Annalen von Niederaltaich (Bayern) sind eine wichtige Quelle aus dem 11. Jahrhundert; die Annalen von Göttweig (um 1115) sind verloren. Als Stamm der österreichischen Annalen gelten die 1123 begonnenen Annalen von Melk (bis 1564), von denen andere Klöster Nachrichten übernahmen und selbständige Annalen weiterführten: Klosterneuburg, Heiligenkreuz, Lilienfeld, Zwettl, Schotten in Wien, Dominikaner (oder Minoriten) in Wien, Kremsmünster-Lambach, Reichersberg. Eine eigenständige Gruppe stellen die Salzburg-Admont-Garstener Annalen dar. Die österreichischen Annalen sind bis 1200 knapp und bieten meist nur ein Ereignis pro Jahr. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts werden sie ausführlicher und bringen vorwiegend Landesgeschichte. Die meisten Klosterannalen enden im 13. Jahrhundert, nur einige reichen weiter. Manchmal sind auch ausführliche Darstellungen eingebaut, wie in Heiligenkreuz die "Historia annorum 1264-1279" des Mönchs Gutolf.

Manche barocke Historiographen nannten ihre Werke ebenfalls Annalen, zum Beispiel Hieronymus Megiser, "Annales Carinthiae", 1610; Valentin Preuenhuber, "Annales Styrenses", 1625-30; F. C. Khevenhüller, "Annales Ferdinandei", 12 Bände, 1640-1726; Abt Bernhard Linck von Zwettl, "Annales Austro-Claravallenses", 1723-25.


Ausgabe: Monumenta Germaniae Historica, Scriptorum IX, herausgegeben von G. H. Pertz, 1851, BM, Teil 1, 1925.

Literatur: A. Lhotsky, Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs, 1963; S. Haider, Ein neuentdecktes Lilienfelder Annalenfragment, Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 82, 1972.


 
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