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Sigmund von Tirol, Herzog ab 1477 Erzherzog - Simmering (3/25)
Sigmund Franz, Erzherzog von Österreich Silberberg

Silber


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Silber: Kaffee- und Teekanne (Silberkanne in der Hofburg, Wien).



Silber: Anfänge des Silberbergbaus bestanden wahrscheinlich schon in prähistorischer und antiker Zeit, im Spätmittelalter stand Silber an 1. Stelle bei der Edelmetallgewinnung und bildete die Voraussetzung für die Prägung des erfolgreichen Salzburger, Friesacher und Wiener Pfennings. Bedeutend waren die steirischen Silberbergwerke bei Schladming und in Oberzeiring (ab dem 10. Jahrhundert). Die Schladminger Bergordnung von 1408 wurde von österreichischen, deutschen und venezianischen Abbauorten übernommen. In Kärnten wurde bei Friesach, im Lavanttal, im Gurktal und bei Obervellach Silber gefunden. Adelige und bürgerliche Gewerken finanzierten den Abbau; die Häuer arbeiteten zumeist im Akkord, Frauen- und Kinderarbeit war üblich. In Tirol lagen die reichsten Gruben (Rattenberg, Sterzing, Klausen, Kitzbühel, Gossensass und insbesonders Schwaz). Der Höhepunkt der Silberförderung auf dem Territorium des heutigen Österreichs lag um 1520/30 mit insgesamt etwa 25.000 kg Förderung pro Jahr, davon entfielen allein auf Schwaz mehr als 20.000 kg. Ab etwa 1580/90 ging die Förderung stark zurück (1591/1600: 7000 kg gesamt, Schwaz: 5.000 kg) und wurde im 17. Jahrhundert bedeutungslos. Erschöpfung der Gruben, Wassereinbrüche, Holznot, Raubbau und die wachsende Konkurrenz des südamerikanischen Silbers erschütterten den Silberbergbau. Die seit Ende des 15. Jahrhunderts als Kapitalgeber dominierenden oberdeutschen Handelshäuser wie die Fugger verloren ihr Interesse. Mitte des 18. Jahrhunderts waren die Gewinne nur bescheiden, das bedeutendste Silberbergwerk zwischen 1760 und 1813 war jenes in Annaberg in Niederösterreich. Heute wird in Österreich kein Silberbergbau mehr betrieben.


Literatur: Silber, Erz und weißes Gold, Bergbau in Tirol, Tiroler Landesausstellung, Ausstellungskatalog, Schwaz 1990.


 
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