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Musil, Alois - Mystik (2/20)
Musil, Alois Musisch-pädagogisches Realgymnasium

Musil, Robert


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Robert Musil. Foto.



Musil, Robert, * 6. 11. 1880 Klagenfurt (Kärnten),  15. 4. 1942 Genf (Schweiz), Romancier, Dramatiker, Essayist. Musil wuchs in Steyr und Brünn auf, besuchte Militärschulen und studierte in Wien Maschinenbau (Konstruktion des musilschen Farbvariationskreisels für optische Experimente). Nachdem er die Matura nachgeholt hatte, studierte er Psychologie und Philosophie und dissertierte 1908 in Berlin mit einem "Beitrag zur Beurteilung der Lehren Machs". 1911-14 arbeitete er als Bibliothekar an der Technischen Hochschule in Wien, schrieb an dem Drama "Die Anarchisten" (späterer Titel "Die Schwärmer", 1921). Anfang 1914 wurde Musil Redakteur der "Neuen Rundschau". Im 1. Weltkrieg war er an der Südfront eingesetzt und wurde 1918 ins Kriegspressequartier versetzt. Nach weiterer Beamtentätigkeit lebte er ab 1922 als freier Schriftsteller in Wien, 1931-33 in Berlin, kehrte dann nach Wien zurück und emigrierte 1938 in die Schweiz. Ab 1939 lebte Musil in Genf, wo er unbekannt und verarmt starb. Er erhielt unter anderem 1923 den H.-Kleist-Preis und 1930 den G.-Hauptmann-Preis.

Seine erste große Erzählung, "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" (1906), wurde ein großer Erfolg und thematisiert die Begegnung mit Sexualität, Gewalt und dem Fremden im Allgemeinen. Sein Lebenswerk, der Roman "Der Mann ohne Eigenschaften", blieb ein Torso: 1930 erschien der 1. Teil, 1933 der 2. Teil und 1943 ein 3. Teil, der als Fragment von Musils Witwe aus dem Nachlass herausgegeben wurde. In einer umfassenden Gesamtschau setzt sich Musil darin mit dem Zerfall der Habsburgermonarchie ("Kakanien") auseinander, der für die Auflösung der Weltordnung schlechthin steht. In der Verbindung von intellektueller Klarheit, ironischer Sichtweise und mystischen Elementen stellte das Werk eine innovatorische Leistung von weltliterarischer Bedeutung dar. Die Wiederentdeckung Musils ist A. Frisé zu verdanken, der 1952-57 eine Gesamtausgabe herausbrachte.


Weitere Werke: Novellen: Vereinigungen, 1911; Drei Frauen, 1924. - Drama: Vinzenz und die Freundin bedeutender Männer (Posse), 1924. - Essays: Nachlaß zu Lebzeiten, 1936; Über die Dummheit, 1937; Das hilflose Europa, herausgegeben 1961. - Ausgaben: Tagebücher, herausgegeben von A. Frisé, 2 Bände, 1976; Gesammelte Werke, herausgegeben von A. Frisé, 2 Bände, 1978; Briefe 1901-42, herausgegeben von A. Frisé, 1981.

Literatur: R. Schneider, Die problematisierte Wirklichkeit, 1975; R.-Musil-Symposion Berlin 1980, herausgegeben von D. Farda, 1982; M. Max und J. C. Thöming, Auswahlbibliographie zu R. Musil, in: Text und Kritik 21/22, 31983; H. G. Pott, R. Musil, 1984; K. Corino, R. Musil. Leben und Werk in Bildern und Texten, 1988; G. Baumann, R. Musil, 1997; T. Pekar, R. Musil zur Einführung, 1997; Neue Österreichische Biographie.


 
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