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Einheitsschule
Einheitsschule, seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erhobene Forderung, um der aus vielerlei Gründen immer stärkeren Differenzierung des Bildungswesens Einhalt zu gebieten; zunächst als "partielle Einheitsmittelschule" (Realgymnasium, 1864) durch Zusammenlegung der Unterstufen von Gymnasium und Realschule vereinzelt durchgeführt, dann als "Gesamt-Mittelschule" durch Koppelung der humanistischen mit den realistischen Lehrplananforderungen als zusätzlicher Schultyp eingeführt (Realgymnasium, 1908), schließlich Kernstück des sozialdemokratischen, von O. Glöckel verkündeten Schulerneuerungsprogramms (Leitsätze, 1920), das eine gemeinsame Schule für alle 10-14jährigen vorsah (Allgemeine Mittelschule). Die Einheitsschule ist bis heute einer der Hauptstreitpunkte in der Bildungspolitik zwischen dem sozialdemokratischen und dem bürgerlichen Lager (Gesamtschule).
Literatur: H. Engelbrecht, Der Einheitsschulgedanke in Österreich im 19. Jahrhundert, in: Österreich in Geschichte und Literatur 15 (1971); derselbe: Die Diskussion um die Einheitsschule in Österreich zwischen 1897 und 1919, ebenda.
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