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Baar-Baarenfels, Eduard - Bad Deutsch-Altenburg (17/25)
Bachmann, Adolf Bachmayer, Friedrich

Bachmann, Ingeborg Pseudonym: Ruth Keller


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Ingeborg Bachmann. Foto.



Bachmann, Ingeborg (Pseudonym: Ruth Keller), * 25. 6. 1926 Klagenfurt (Kärnten),  17. 10. 1973 Rom (Italien; an den Folgen eines Brandunfalls), Lyrikerin, Erzählerin, Hörspielautorin. Studierte Philosophie, Psychologie und Germanistik in Wien; Promotion 1950 mit der Dissertation über "Die kritische Aufnahme der Existentialphilosophie M. Heideggers". Bekannt wurde sie 1952 durch eine Lesung bei einer Tagung der "Gruppe 47"; ab 1953 lebte sie in Zürich und Rom, wo sie sich 1965 endgültig niederließ. Bachmann gilt vor allem als große Lyrikerin; in ihrem Gedichtband "Die gestundete Zeit" (1953) verurteilte sie die restaurativen gesellschaftlichen Kräfte der Nachkriegszeit, die Thematik von "Anrufung des großen Bären" (1956) kreist in Rückgriff auf Mythologisches um die Zerstörung und die Utopie des menschlichen Lebens. In den "Frankfurter Vorlesungen", gehalten 1959/60 im Rahmen einer Gastdozentur für Poetik, erörtert Bachmann Fragen des schreibenden Ich und der Literatur als Medium der Weltveränderung. 1961 veröffentlichte sie den Erzählband "Das dreißigste Jahr", in dem sie sich mit Formen des Zusammenlebens und der Aufarbeitung des Faschismus befasste. 1965 entwarf sie den Plan zum so genannten "Todesarten-Zyklus", der aufzeigt, wie Frauen durch ihre Partner in die Isolation getrieben und zum Verstummen gebracht werden. Vollendet wurde nur der Roman "Malina" (1971), "Der Fall Franza" und "Requiem für Fanny Goldmann" blieben Fragmente (1979 publiziert). Das Spätwerk Bachmanns wird in der Frauenforschung als "Paradigma weiblichen Schreibens" angesehen. 1964 wurde Bachmann mit dem G.-Büchner-Preis, 1968 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis und 1972 mit dem A.-Wildgans-Preis ausgezeichnet.


Weitere Werke: Ein Ort für Zufälle, 1965; Simultan, 1972 (Erzählungen); Gier, 1982 (Erzählung, postum in: Der dunkle Schatten, dem ich schon seit Anfang folge. I. Bachmann - Vorschläge zu einer neuen Lektüre des Werks, herausgegeben von H. Höller); Letzte, unveröffentlichte Gedichte, Entwürfe und Fassungen, herausgegeben von H. Höller, 1998. - Hörspiele: Ein Geschäft mit Träumen, 1952; Die Zikaden, 1955; Der gute Gott von Manhattan, 1958. - Ausgaben: Werke, herausgegeben von C. Koschel und anderen, 4 Bände, 1978; Sämtliche Erzählungen, 1980; "Todesarten"-Projekt, herausgegeben von M. Albrecht, 4 Bände, 1995; Römische Reportagen, herausgegeben von J.-D. Kogel, 1998.

Literatur: H. Höller, I. Bachmann - Das Werk, 1987; A. Stoll, I. Bachmann. "Malina", 1992; E. Demski, I. Bachmann, 51995; K. Bartsch, I. Bachmann, 21997; S. Weigel, I. Bachmann, 1999.


 
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