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Welteislehre - Werfen (4/25)
Weltkrieg, Erster Weltpresse

Weltkrieg, Zweiter


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Zweiter Weltkrieg: Flüchtlinge in Oberösterreich. Foto.



Weltkrieg, Zweiter, 1939-1945. Allgemeiner Verlauf: Seit Beginn der 30er Jahre wurde die Politik von Deutschland, Italien und Japan zunehmend aggressiver und verfolgte das Ziel, Absatz- und Rohstoffmärkte und Siedlungsräume zu gewinnen. Japan besetzte 1931 die Mandschurei, 1937 brach offiziell der japanisch-chinesische Krieg aus, Italien eroberte 1935/36 Abessinien und besetzte im April 1939 Albanien, Deutschland streifte unter A. Hitler zuerst die Hindernisse des Versailler Vertrags ab (Saargebiet 1935, entmilitarisiertes Rheinland 1936, allgemeine Wehrpflicht 1935/36) und griff 1938 auf Nachbarländer über (1938 Anschluss Österreichs und Angliederung des Sudetenlandes, 1939 Besetzung des heutigen Tschechien und des Memellandes). Obwohl die britische Regierung am 31. 3. 1939 eine Garantieerklärung für die staatliche Unabhängigkeit Polens abgegeben hatte und ein französisch-polnisches Militärbündnis bestand, begann Deutschland nach Abschluss eines Nichtangriffpakts (23. 8. 1939) mit der Sowjetunion (mit Aufteilung Polens und der baltischen Staaten in Interessensphären) am 1. 9. 1939 den Krieg gegen Polen, worauf Großbritannien und Frankreich am 3. 9. 1939 Deutschland den Krieg erklärten.

Die polnischen Truppen wurden rasch besiegt (am 27. 9. endete der Kampf um Warschau, am 6. 10. kapitulierten die letzten polnischen Verbände), am 17. 9. griff die Sowjetunion ein, besetzte Teile Polens, stationierte Truppen in den baltischen Staaten und führte im Winter 1939/40 gegen Finnland Krieg um Karelien. Deutschland und die Sowjetunion begannen in Polen eine Ausbeutungs- und Deportationspolitik.

Die Westmächte (französische Truppen und britisches Expeditionskorps) verharrten 1939/40 passiv hinter der Maginotlinie, bereiteten aber die Besetzung von Stützpunkten in Norwegen vor. Am 9. 4. 1940 besetzte Deutschland Dänemark, griff Norwegen an und besetzte es bis 10. 6. Am 10. 5. 1940 begann Deutschland die Offensive im Westen, deutsche Truppen überfielen die Niederlande (Kapitulation am 14. 5.), Luxemburg und Belgien (Kapitulation am 28. 5.), durchbrachen in den Ardennen die Maginotlinie, trennten die britischen Truppen von den Franzosen, doch konnten 340.000 Briten, Belgier und Franzosen nach Großbritannien entkommen. Durch den Waffenstillstand von Compiègne vom 22. 6. 1940 wurden 3 Fünftel Frankreichs deutsche Besatzungszone, während sich in Vichy eine abhängige französische Regierung etablierte und als Sprecher der freien Franzosen im Exil C. de Gaulle auftrat. Im Juni 1940 war Italien an der Seite Deutschlands in den Krieg eingetreten, die Sowjetunion hatte die baltischen Staaten und Teile Rumäniens (Moldawische SSR) annektiert.

In der 2. Hälfte des Jahres 1940 stand Hitler auf dem Höhepunkt der Macht, Friedensangebote wurden von Großbritannien, wo am 10. 5. 1940 W. Churchill Premierminister geworden war, abgelehnt, eine Landung in England wagten die Deutschen nicht, sondern sie verstärkten den U-Boot-Krieg und begannen mit Luftangriffen.

Am 27. 9. 1940 schlossen Deutschland, Italien und Japan einen Vertrag zur gegenseitigen Unterstützung gegen einen Angriff der USA und anerkannten ihre Interessengebiete (im November 1940 traten Ungarn, die Slowakei und Rumänien bei, im März 1941 Bulgarien und Jugoslawien). Die USA unterstützten ab Herbst 1940 Großbritannien immer stärker, gleichzeitig begannen die Vorbereitungen Deutschlands zu einem Angriff auf die Sowjetunion. Diese wurden allerdings vorerst durch die Niederlagen Italiens im Mittelmeer gebremst. Italien hatte im September von Libyen aus mit Angriffen auf Ägypten und am 28. 10. 1940 auf Griechenland begonnen, aber einen Teil seiner Flotte verloren und schwere Niederlagen erlitten. Im Mai 1941 kapitulierten die Italiener in Abessinien, ab Februar 1941 mussten deutsche Truppen die Italiener in Libyen unterstützen. Nach einem Staatsstreich in Belgrad begann am 6. 4. 1941 der Krieg Deutschlands gegen Jugoslawien und Griechenland. Am 17. 4. war Jugoslawien, am 11. 5. Griechenland mit den Inseln (Kreta 20.-31. 5.) in deutscher Hand. Griechenland wurde großteils unter italienische, Serbien unter deutsche Militärverwaltung gestellt, Kroatien wurde ein Satellitenstaat (Ustascha unter A. Pavelić), das übrige Gebiet unter Deutschland, Italien und Bulgarien aufgeteilt.

Am 22. 6. 1941 fiel die deutsche Wehrmacht (mit rumänischen, ungarischen, italienischen und finnischen Verbündeten) in die Sowjetunion ein, um die Masse der sowjetischen Truppen (4,7 Millionen Soldaten) in einem Blitzfeldzug auszuschalten. Trotz raschem Vordringen auf Leningrad (das bis 1944 belagert wurde) und Moskau sowie 1,5 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen wurde kein entscheidender Sieg errungen. Die Gewaltpolitik in den besetzten Gebieten (Kommissarbefehl, Einsatztruppen) führte zu Widerstand und Partisanenbewegung; begünstigt durch den frühen Winter, begann die Rote Armee am 5. 12. 1941 mit einer Gegenoffensive, die ihr beträchtliche Erfolge brachte.

Ab dem Spätherbst 1941 wurde der Krieg zum Weltkrieg, als am 7. 12. 1941 die Japaner die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor überfielen und am 11. 12. 1941 Deutschland und Italien den USA den Krieg erklärten. Durch das Pacht- und Leihgesetz der USA vom 11. 3. 1941 konnte Großbritannien seine Rüstung ausbauen, am 14. 8. 1941 hatten F. D. Roosevelt und W. Churchill die Atlantikcharta "zur endgültigen Beseitigung der Nazi-Tyrannei" verkündet. Am 25. 8. 1941 besetzten Großbritannien und die Sowjetunion den Iran und schlossen ein Hilfeabkommen. Nach dem Kriegseintritt der USA verbanden diese und Großbritannien ihre strategischen Planungen, Deutschland blieb der Hauptgegner.

1942 trug die Sowjetunion die Hauptlast des Krieges. Obwohl die Schlagkraft des deutschen Heeres schon eingeschränkt war, startete es eine große Offensive und eroberte am 2. 7. Sewastopol und am 23. 7. Rostow und begann Ende August den Kampf um Stalingrad. Durch die am 19./20. 11. begonnene russische Gegenoffensive wurde die deutsche 6. Armee eingekesselt und musste von 31. 1.-3. 2. 1943 kapitulieren. Der Rückzug aus dem Kaukasus und die Stabilisierung der Front gelang nur mit Mühe. Im Juli 1943 übernahm die Rote Armee an der Ostfront endgültig die Initiative.

In Nordafrika stießen die deutschen Truppen im Sommer 1942 bis El Alamein vor Kairo vor, von Oktober 1942 bis Februar 1943 drängten die Briten die deutschen Truppen bis Tunis zurück, am 13. 5. 1943 endeten die Kämpfe in Nordafrika. Unterdessen hatten die Alliierten Marokko und Algerien, die Deutschen Südfrankreich besetzt. Von 10. 7.-17. 8. 1943 eroberten die Allierten Sizilien, am 25. 7. wurde Mussolini gestürzt, am 3. 9. landeten die Alliierten in Italien, dessen Regierung am 8. 9. kapitulierte und am 13. 10. Deutschland den Krieg erklärte. Die Alliierten erhielten dadurch Flugplätze und die Möglichkeit, Ziele in Österreich aus der Luft anzugreifen.

Der deutsche U-Boot-Krieg war bis in den Sommer 1942 erfolgreich, dann führten die Abwehrvorkehrungen der Alliierten (Luftüberwachung der Meere, Einsatz von Radar) zu hohen Verlusten der Deutschen, und die Versorgung Großbritanniens sowie das Zusammenziehen großer Truppenmassen konnten nicht mehr erheblich gestört werden. Ab 1942 erfolgten verstärkte Bombenangriffe aus England auf Ziele in Norddeutschland, 1943 begannen amerikanische Tagesangriffe, am 13. 8. 1943 wurde als erste österreichische Stadt Wiener Neustadt bombardiert, in der Folge auch andere Städte; die wichtigsten Industriezentren in Deutschland wurden systematisch zerstört.

1944 beschleunigte sich der Vormarsch der Roten Armee, sie zwang Rumänien (12. 9. 1944), Finnland (19. 9. 1944) und Bulgarien (28. 10. 1944) zum Waffenstillstand, die deutschen Truppen mussten Griechenland räumen, in Jugoslawien gerieten seit 1943 immer größere Gebiete unter die Kontrolle der Partisanen Titos, die am 20. 10. 1944 Belgrad einnahmen. Bis Jahresende 1944 kreisten die Sowjettruppen Budapest ein und eroberten Ostpreußen.

Im Westen waren am 6. 6. 1944 die Alliierten in der Normandie gelandet, bauten rasch einen Brückenkopf aus und begannen im August 1944 mit dem Vormarsch. Am 25. 8. wurde Paris, am 3. 9. Brüssel, am 21. 10. Aachen besetzt. Von Südfrankreich drang eine 2. Invasionsarmee bis an den Rhein vor. Die deutsche Ardennenoffensive von 16.-24. 12. 1944 scheiterte.

In Deutschland, wo am 20. 7. 1944 der Versuch einer militärischen Widerstandsbewegung, Hitler durch ein Attentat zu beseitigen, gescheitert war, unterwarf dieser das Heer völlig der NS-Kontrolle und rief im September 1944 den Volkssturm auf; an der Südostgrenze wurden Befestigungsanlagen errichtet. In Deutschland und Österreich wurden die Rüstungswerke und Bahnknotenpunkte gezielt bombardiert. Die Kriegskonferenzen der Alliierten in Moskau (19.-30. 10. 1943), Teheran (28. 11.-1. 12. 1943), Quebec (11.-16. 9. 1944) und Jalta (4.-11. 2. 1945) beschäftigten sich bereits mit der Nachkriegsplanung, während ab Mitte Jänner die Rote Armee im Osten und die Alliierten im Westen in Deutschland eindrangen. Am 25. 4. 1945 begegneten sich bei Torgau an der Elbe Amerikaner und Sowjets, am 2. 5. kapitulierte Berlin, wo Hitler am 30. 4. Selbstmord begangen hatte, am 7. 5. kapitulierte die deutsche Wehrmacht in Reims vor den Westmächten, am 9. 5. in Berlin-Karlshorst vor der Sowjetunion.

Im Pazifik endete der Zweite Weltkrieg nach den Abwürfen von Atombomben am 6. 8. 1945 auf Hiroschima und am 9. 8. 1945 auf Nagasaki durch die Kapitulation Japans am 2. 9. 1945.

Im Zweiten Weltkrieg fielen 27 Millionen Soldaten und kamen 25 Millionen Zivilpersonen (darunter 6 Millionen Juden) ums Leben, 3 Millionen Menschen blieben vermisst. Die Sowjetunion verlor 20 Millionen Menschen, Deutschland 4,8 Millionen (weitere 2,5 Millionen durch Flucht, Vertreibung und Verschleppung unmittelbar nach dem Krieg).

Auswirkungen auf Österreich: Nach dem Anschluss vom 13. 3. 1938 an das Deutsche Reich hörte Österreich auf, als eigener Staat zu bestehen. Fast 66.000 Angehörige des Bundesheers wurden neu vereidigt und in die deutsche Wehrmacht übernommen. Der ab 1936 im Deutschen Reich übliche 2-jährige Wehrdienst galt nun auch für die Österreicher in den beiden neuen Wehrkreisen XVII (Wien) und XVIII (Salzburg); allerdings vermied die Wehrmachtsführung rein "österreichische" Verbände. Eine Durchmischung der Heeresdivisionen und der Luftwaffenverbände mit reichsdeutschem Personal wurde angestrebt und in den folgenden Jahren zunehmend verwirklicht. Trotzdem gab es zahlreiche Verbände, in denen Österreicher einen hohen Prozentsatz stellten. Schon im Polen-, Norwegen- und Frankreichfeldzug wurden die bereits 1938 neu aufgestellten Divisionen eingesetzt (44. und 45. Infanteriedivision, 2. und 3. Gebirgsjägerdivision, 4. Panzerdivision, 4. leichte, ab Ende 1939 in 9. Panzerdivision umbenannt). Insgesamt wurden bis Kriegsende an die 30 Großverbände des Heeres auf österreichischem Gebiet aufgestellt, die manchmal zum großen Teil aus Österreichern bestanden. Auch die beim Anschluss nach Wien verlegte 2. Panzerdivision hatte viele Österreicher in ihren Reihen. Luftwaffenverbände und die Kriegsmarine schöpften die Wehrkraft der "Ostmark" ebenfalls in hohem Maße aus. Ebenso rekrutierte die Waffen-SS Zehntausende Österreicher. Insgesamt waren zirka 1,25 Millionen Österreicher (darunter auch Frauen als Wehrmachtshelferinnen) im Zweiten Weltkrieg im militärischen Einsatz (neben Wehrmacht auch Volkssturm, Reichsarbeitsdienst, "Organisation Todt" und andere). In den alliierten Streitkräften kämpften etwa 15.000 Österreicher, die geflüchtet waren und ihren Beitrag zur Befreiung der Heimat leisten wollten.

Die österreichische Wirtschaft war bereits bald nach dem Anschluss weitgehend in den Ausbau der Rüstungswirtschaft des Deutschen Reichs einbezogen worden. Mehr als 300.000 Arbeitslose wurden von der unter Arbeitskräftemangel leidenden deutschen Industrie bis Sommer 1939 aufgenommen. Industriebetriebe erhielten große Rüstungsaufträge (Steyr-Daimler-Puch, Böhler), bis 1942 entstanden neue Rüstungsbetriebe, wie die "Hermann-Göring-Werke" in Linz (Stahl), die Nibelungenwerke in St. Valentin (Panzer), das Ostmark-Motorenwerk (Flugzeugmotoren) in Wiener Neudorf und die Messerschmittwerke (Jagdflugzeuge) in Wiener Neustadt, das Heinkelwerk in Schwechat (Jagdflugzeuge) usw. Ab 1942 war der Arbeitskräftebedarf nicht mehr zu decken, so dass immer mehr Fremdarbeiter aus Westeuropa und Zwangsarbeiter aus Osteuropa und schließlich Zehntausende Häftlinge des KZ Mauthausen unter oft unmenschlichen Bedingungen für den Bau von verbunkerten oder unterirdischen Rüstungsbetrieben und für die Produktion herangezogen wurden. Zehntausende starben an Erschöpfung oder wurden in Mauthausen als "Arbeitsunfähige" getötet. Anfang 1945 arbeiteten auf österreichischem Gebiet etwa 500.000 Menschen in der Rüstungsindustrie.

Durch Agenten oder Luftaufklärung waren den Alliierten bereits Anfang 1943 viele Fabriken bekannt. Zu ihrer Zerstörung begann der alliierte Luftkrieg auch gegen den fälschlich als "Luftschutzkeller des Reiches" bezeichneten österreichischen Raum am 13. 8. 1943 mit einem Luftangriff der 9. US-Luftflotte (aus Nordafrika) auf Wiener Neustadt. Die 15. US-Luftflotte und das britische 205. Bombergeschwader flogen ab November 1943 von Süditalien (Foggia) immer heftigere Angriffe gegen österreichische Ziele. Bis Mai 1944 waren vor allem die Flugzeugfabriken, seit Februar 1944 Kugellagerfabriken (Steyr) und ab April auch der Großraum Wien mit den 6 Raffinerien und Treibstoffwerken Hauptangriffsziel. Ab Jänner 1945 begannen heftige Angriffe gegen Verkehrsziele, um den Nachschub und Truppentransporte an die Front, die sich immer mehr den Reichsgrenzen näherte, zu unterbinden. Durch Tiefflieger entstanden schwere Schäden an Brücken und Eisenbahnanlagen, auch die Zivilbevölkerung war einer stärkeren Bedrohung ausgesetzt. Der deutschen Luftverteidigung (bis Sommer 1944 waren zirka 150 Jagdflugzeuge in Österreich stationiert) und den Fliegerabwehrtruppen (im Herbst 1944 verfügte die 24. Fliegerabwehrdivision um Wien über 432 schwere Fliegerabwehrkanonen) gelang es nicht, die US-Angriffe mit bis zu 800 viermotorigen Bombern zu verhindern. Die Luftangriffe kosteten weit über 20.000 Menschen das Leben (allein in Wien gab es mindestens 8769 Tote bei den 52 Luftangriffen). Schwere Schäden entstanden an öffentlichen Versorgungseinrichtungen, Verkehrs- und Industrieanlagen, 75.959 Wohnungen wurden zerstört und 101.096 beschädigt.

Im Herbst 1944 war abzusehen, dass die Rote Armee von Ungarn aus bald die Reichsgrenze erreichen würde. Im Oktober 1944 begann entlang der heutigen österreichisch-ungarischen Grenze der Ausbau des "Südostwalls", der durch Einheiten des ebenfalls im Oktober 1944 aufgestellten Volkssturms (alle wehrfähigen Männer von 16-60 Jahren) und Verbände der Wehrmacht besetzt werden sollte. Da der Ausbau nicht abgeschlossen wurde und es an Soldaten mangelte, wurde diese Sperrstellung von den Verbänden der 3. Ukrainischen Front (Marschall F. I. Tolbuchin) nach dem Scheitern der letzten deutschen Offensive in Ungarn (6. 3.-16. 3.1945) innerhalb kürzester Zeit überrollt. Am 29. 3. 1945 überschritten die ersten Einheiten der Roten Armee die Grenze bei Güns/Köszeg. In wenigen Tagen wurden die Reste der deutschen 6. (SS-)Panzerarmee in den Raum südlich von Wien abgedrängt, während die deutsche 6. Armee in der Oststeiermark eine neue Front zu errichten versuchte. Wien wurde von der sowjetischen 6. Garde-Panzer-Armee im Westen umfasst, eine Einkesselung gemeinsam mit Verbänden der 2. Ukrainischen Front (Marschall R. I. Malinovskij), die aus dem Marchfeld auf Wien vordrang, gelang aber nicht. Der Kampf um Wien, der durch eine - gescheiterte - militärische Widerstandsaktion verhindert bzw. verkürzt werden sollte, dauerte von 6. 4.-13. 4. 1945 und führte zu hohen Verlusten auf beiden Seiten und unter der Zivilbevölkerung, außerdem zu schweren Zerstörungen (Brand des Stephansdoms). Während der Vormarsch der Roten Armee im Wienerwald südlich von Wien nur langsam vor sich ging, drangen Verbände der 4. Garde-Armee bis 15. April in den Raum St. Pölten vor und bezogen Verteidigungsstellungen. Im Weinviertel gingen die wechselvollen Kämpfe (deutsche 8. Armee gegen Verbände der 2. Ukrainischen Front) noch bis zur deutschen Kapitulation weiter.

Nach stürmischem Vormarsch durch Süddeutschland erreichte die 7. US-Armee am 28. 4. 1945 die Grenze Tirols im Außerfern. Der geringe deutsche Widerstand (Reste der Heeresgruppe G) ermöglichte den US-Truppen am 3. Mai die Einnahme von Innsbruck, das von einer Widerstandsorganisation befreit worden war, und die Besetzung Tirols innerhalb von 4 Tagen. Vorarlberg wurde ab 30. 4. 1945 von Truppen der französischen 1. Armee besetzt; auch hier war der deutsche Widerstand (Armeeoberkommando 24) sehr schwach. Die Stadt Salzburg wurde am 3. 5. 1945 kampflos den US-Truppen übergeben, es gab nur einige kurze Gefechte. Bis 6. 5. 1945 besetzten Verbände der 3. US-Armee nach teilweise harten Kämpfen bei relativ geringen amerikanischen Verlusten Oberösterreich fast vollständig. Kärnten wurde erst am 8. 5. 1945 von britischen Truppen, die aus Venetien vordrangen, und von jugoslawischen Verbänden, die aus Slowenien einmarschierten, besetzt.

Die Bildung der Provisorischen Regierung Renner am 27. 4. 1945 in Wien, die erst am 20. 10. ihre Kompetenz auf ganz Österreich ausdehnen konnte, war der erste Schritt zur Wiedergewinnung der Souveränität Österreichs.



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Zweiter Weltkrieg: Bombenangriff auf Linz, April 1945. Foto



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Zweiter Weltkrieg: Alltag zu Kriegsende. Foto.



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Österreich im Bombenhagel 1943-1945.



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Das Kriegsende in Österreich.


Literatur: J. Ulrich, Der Luftkrieg über Österreich 1939-45, 1967; N. Schausberger, Rüstung in Österreich 1938-45, 1970; O. Tuider, Die Wehrkreise XVII und XVIII 1938-45, 1976; Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, herausgegeben von Militärgeschichtlichen Forschungsamt, 1979ff.; O. Tuider, Die Luftwaffe in Österreich 1938-45, 1985; H. G. Dahms, Die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, 1989; Der Zweite Weltkrieg. Analysen, Grundzüge, Forschungsbilanz, herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, 1989; I. Pust, Trägödie der Tapferkeit. Österreicher as Soldaten im Zweiten Weltkrieg, 31992; R. D. Müller und G. Überschär, Kriegsende 1945, 1994; M. Rauchensteiner, Der Krieg in Österreich 1945, 1995.


Verweise auf andere Alben:
Video-Album: Ende des Zweiten Weltkriegs: Kapitulationsunterzeichnung in Innsbruck, 3. Mai 1945.

 
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