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Sonneck, der von - Sorell, Walter (6/25)
Sonnenfels, Joseph Freiherr von Sonnenschein, Hugo auch H. Sonka

Sonnenfinsternis

Sonnenfinsternis vom 11. August 1999, aufgenommen von Erwin Filimon auf der Sternwarte Gahberg, Oberösterreich.

 © Copyright by Erwin Filimon, Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut, Sternwarte Gahberg.


Sonnenfinsternis, die teilweise (partielle) oder vollständige (totale) Bedeckung der Sonnenscheibe durch den Mond zur Zeit des Neumonds, wenn Erde, Mond und Sonne annähernd auf einer Linie liegen. Im 19. Jahrhundert konnte eine totale Sonnenfinsternis am 8. 7. 1842  in Österreich beobachtet werden und wurde auch in der Literatur von A. Stifter beschrieben. Die Sonnenfinsternis am 11. 8. 1999 konnte in weiten Teilen Österreichs gut beobachtet werden, zukünftige  werden in Österreich am 3. 9. 2081 und am 2. 10. 2350 zu sehen sein.

Literatur: A. Cirou u.L. Haddad, Sonnenfinsternis. Das Buch zum 11.8.1999.

 

Die Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842

Adalbert Stifter

Es gibt Dinge, die man fünfzig Jahre weiß, und im einundfünfzigsten erstaunt man über die Schwere und Furchtbarkeit ihres Inhaltes.      So ist es mir mit der totalen Sonnenfinsternis ergangen, welche wir in Wien am 8. Juli 1842 in den frühesten Morgenstunden bei dem günstigsten Himmel erlebten......  .

Wir hatten uns das Eindämmern wie etwa ein Abendwerden vorgestellt, nur ohne Abendröte; wie geisterhaft ein Abendwerden ohne Abendröte sei, hatten wir uns nicht vorgestellt, aber auch außerdem war dies Dämmern ein ganz anderes, es war ein lastend unheimliches Entfremden unserer Natur; gegen Südost lag eine fremde, gelbrote Finsternis, und die Berge und selbst das Belvedere wurden von ihr eingetrunken - die Stadt sank zu unsern Füßen immer tiefer, wie ein wesenloses Schattenspiel hinab, das Fahren und Gehen und Reiten über die Brücke geschah, als sähe man es in einem schwarzen Spiegel - die Spannung stieg aufs höchste - einen Blick tat ich noch in das Sternrohr, er war der letzte; so schmal wie mit der Schneide eines Federmessers in das Dunkel geritzt, stand nur mehr die glühende Sichel da, jeden Augenblick zum Erlöschen, und wie ich das freie Auge hob, sah ich auch, daß bereits alle andern die Sonnengläser weggetan und bloßen Auges hinaufschauten - sie hatten auch keines mehr nötig; denn nicht anders als wie der letzte Funke eines erlöschenden Dochtes schmolz eben auch der letzte Sonnenfunken weg, wahrscheinlich durch die Schlucht zwischen zwei Mondbergen zurück - es war ein überaus trauriger Augenblick - deckend stand nun Scheibe auf Scheibe - und dieser Moment war es eigentlich, der wahrhaft herzzermalmend wirkte - das hatte keiner geahnet - ein einstimmiges "Ah" aus aller Munde, und dann Totenstille, es war der Moment, da Gott redete und die Menschen horchten.

 


 
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