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Meistersang
Meistersang, stark formalisierte, nach festen Regeln (Tabulaturen) in so genannten Singschulen praktizierte lehrhafte Liedkunst des 15. und 16. Jahrhunderts. Die der bürgerlich-handwerklichen städtischen Schicht angehörenden Meistersinger führten den Meistersang auf Minnesänger und Spruchdichter des 13. und 14. Jahrhunderts (die so genannten 12 "alten Meister") zurück (Walther von der Vogelweide, der Marner, Friedrich von Sonnenburg und andere). Die in komplizierten "Tönen" (Melodien und metrischen Schemen) komponierten strophischen Lieder wurden bei Wettbewerben vorgetragen. Die Ahnherren des Meistersangs in Österreich waren Heinrich von Mügeln, Peter Suchenwirt und Michel Beheim. Österreichische Singschulen gab es in Schwaz (ab 1532), in Wels (1549-1601, Paulus Freudenlechner), wo auch H. Sachs kurze Zeit weilte, in Freistadt, Steyr (1562-1615) und Eferding (1606-16). Die Gegenreformation zwang viele der meist protestantischen österreichischen Meistersinger auszuwandern (vor allem nach Deutschland).
Literatur: B. Nagel, Meistersang, 21971; H. Brunner und B. Wachinger, Repertorium der Sangsprüche und Meisterlieder des 12.-18. Jahrhunderts, 1986ff.
Verweise auf andere Alben:
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