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Dietrich-Epen
Dietrich-Epen: Der Ostgotenkönig Theoderich der Große († 526) ist als Dietrich von Bern (= Verona) die berühmteste Heldengestalt des deutschsprachigen Mittelalters. Frühestes schriftliches Zeugnis der vor allem mündlich tradierten Dietrichsage ist das "Hildebrandslied" (9. Jahrhundert). In mittelhochdeutscher Zeit ist Dietrich zuerst im "Nibelungenlied" greifbar. Mit den im bayerisch-österreichischen Raum entstandenen, meist anonym überlieferten Dietrich-Epen setzt die literarische Gestaltung der Dietrichsage erst im 13. Jahrhundert intensiv ein. Sie werden in historische und aventürehafte Dietrich-Epen geschieden. Zu ersteren zählen "Dietrichs Flucht", "Die Rabenschlacht" (= Ravenna) und "Alpharts Tod", sie handeln von Dietrichs Vertreibung aus Italien durch Ermenrich (Ermanerich, † 375), seiner Flucht an Etzels (Attila, † 453) Hunnenhof und seinen Rückkehrversuchen. Nicht nur diese Lebensdaten zeigen die für Heldenepen typische historische Inkorrektheit: Theoderich wurde nicht vertrieben, sondern ermordete seinen historischen Gegner Odoaker. Die im Aufbau vom höfischen Roman (höfische Epik) beeinflussten aventürehaften Dietrich-Epen weisen märchenhafte Züge auf. Dietrich kämpft gegen Riesen ("Eckenlied" und "Sigenot"), Zwerge ("Goldemar", "Virginal", "Laurin", letzterer eine Tiroler Märchengestalt) und die Helden der Nibelungensage ("Rosengarten", "Biterolf und Dietleib"). Im Dunstkreis der Dietrich-Epen stehen im Übrigen auch die Ortnit- und die Wolfdietrichsage.
Literatur: J. Heinzle, Mittelhochdeutsche Dietrichepik, 1978; J. Bumke, Geschichte der deutschen Literatur im hohen Mittelalter, 1990.
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