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Christliche Gewerkschaften
Christliche Gewerkschaften: Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts entstanden innerhalb der christlichsozialen Bewegung Gewerkschaften, die 1906 eine Reichskommission und 1909 eine Zentralkommission bildeten. Sie hatten 1913 37.000 Mitglieder (10 % gegenüber den sozialdemokratischen Gewerkschaften). Nach dem 1. Weltkrieg wurden sie als Folge der veränderten politischen Kräfteverhältnisse stärker (1932: 100.606 Mitglieder). Es gehörten ihnen vor allem Staatsbedienstete, Angestellte, Landarbeiter, Hausbedienstete, Portiere und kleingewerbliche Arbeiter an. In der Industrie verfügten sie nur im Tabak- und Textilbereich über eine größere Anhängerschaft. Bei den christlichen Gewerkschaften war der Anteil der Frauen stärker als bei den Freien Gewerkschaften (1920: 50 % zu 23,9 %; 1932: 31,6 % zu 22,1 %). Die christlichen Gewerkschaften waren 1934-38 Kern des Gewerkschaftsbundes.
Literatur: L. Reichhold, Geschichte der christlichen Gewerkschaften Österreichs, 1987.
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